Dienstag, 10. Dezember 2019

CEO of the Future Erst Sieger, dann Chef

7. Teil: Robert Kratz - Sonderpreis

Robert Kratz - Technologie und Entrepreneurship

Das Team von Robert Kratz sollte einen Business-Plan für den Aufbau von Forschung und Entwicklung in China oder Indien entwerfen. Die Mitglieder entschieden sich für ein Solarenergieprojekt. "Sehr gute Aussichten, aber leider auch sehr risikoreich", so ihr Fazit am Ende. Die Jury reagierte eher zurückhaltend - auch angesichts der Tatsache, dass erst für 2011 ein "operating profit" geplant war.

Robert Kratz (23) Gewinner des Sonderpreises Technologie und Entrepreneurship mit Siemens-Chef Klaus Kleinfeld
Von Teammitglied Robert Kratz aber, einem der jüngsten Teilnehmer des Wettbewerbs, zeigten sich die Juroren so begeistert, dass sie flugs einen Sonderpreis für "Technologie und Entrepreneurship" stifteten. "Wir brauchen in diesem Land mehr technisch geprägte Innovationen und mehr Unternehmertum", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld, der Kratz den Preis übergab und ihn künftig als Mentor begleiten wird.

Kratz ist 23, er studiert Elektrotechnik an der TU Darmstadt im neunten Semester, aber was er bereits in jungen Jahren auf die Beine gestellt hat, würde den meisten für ein halbes Leben reichen. Als Leistungsfächer im Abitur wählte Kratz den Hammer im Doppelpack, also Mathematik und Physik, und bestand trotzdem mit 1,4. Er spricht fließend Englisch und Französisch und kann sich auf Russisch, Spanisch, Japanisch und Arabisch "zumindest verständigen", wie er es formuliert. Zwischen 2000 und 2005 gründete er bescheidene drei Firmen, darunter ein Consulting-Unternehmen und die "Electric United Group" im britischen Birmingham.

Schon jetzt füllt die Reihe seiner Preise ein gutes Drittel seines Lebenslaufs aus: 1999 - 1. Platz bei "Jugend forscht" im Bereich Technik; 2000 wurde Kratz leider "nur" Zweiter, dafür erhielt er aber den Christian-Ernst-Neef-Forschungspreis für regenerative Energien. 2002 dann wieder 1. Platz bei "Jugend forscht" im Bereich Technik, dazu der 2. Platz im Bereich Geologie. Im gleichen Jahr schaffte er es noch bis ins nationale Finale der internationalen Mathematik-Olympiade. Im Robocup 2005 erreichte er das Halbfinale, das in Bremen und im japanischen Osaka ausgetragen wurde.

Kratz liebt Technik, ihre komplexen Systeme, die Eleganz ihrer Formeln und ihre Schönheit, wenn eine Erfindung funktioniert. Mit dem Sonderpreis beim "CEO of the Future" hat er nun die Chance, zu lernen, wie sich kluge Einfälle auch zu Geld machen lassen. Die Chancen stehen gut: Für die Vermarktung der Solarfasern, die er im "CEO of the Future"-Finale in Kitzbühel als Geschäftsidee präsentierte, hat Kratz bereits wieder eine eigene Firma gegründet.

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