Coca-Cola Deutschland-Chef verdunstet

Deryck van Rensburg, bisher Coca-Cola-Chef für Deutschland und Nordeuropa, muss seinen Posten räumen. Offiziell fällt er einem Umbau der Unternehmensführung zum Opfer. Angeblich gab es aber auch Kritik an seiner Arbeit.

Berlin - Der weltgrößte Getränkekonzern Coca-Cola  strafft seine Führungsstruktur in Europa. Im Zuge der Neuordnung gibt der Präsident der bisherigen Divison für Deutschland und das nördliche Europa, Deryck van Rensburg, seine Position auf. Das sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwochabend auf Anfrage in Berlin und bestätigte Informationen der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe).

Van Rensburg werde eine andere "hochrangige Position" im Konzern übernehmen, hieß es. Deutschland-Chefin von Coca-Cola bleibt den Angaben zufolge Beatrice Guillaume-Grabisch.

Dem Bericht zufolge muss der 47-jährige Manager zum 1. April gehen. Sein Posten falle einer veränderten Organisationsstruktur zum Opfer und werde nicht neu besetzt, hieß es. "Wir verfeinern unsere Arbeitswege permanent, um den Bedürfnissen von Handel und Verbrauchern auf dem dynamischen europäischen Markt gerecht zu werden", teilte der Konzern mit. Der Manager werde künftig "eine neue hochrangige Position im Konzern" bekommen. Welche, teilte der weltgrößte Hersteller alkoholfreier Getränke nicht mit.

Van Rensburg stand dem Bericht zufolge schon länger in der Kritik. Branchenkenner hatten den fehlenden Bezug des gebürtigen Südafrikaners zum deutschen Markt kritisiert. "Van Rensburg hat keinen Kontakt zu den Menschen, die das Geschäft an Ort und Stelle machen. Seine Reden hält er auf Englisch", sagte ein Insider. "Er hat Coca-Cola in Deutschland kein eigenes Profil verliehen", hieß es aus der Branche. Der viel beachtete Kauf der Wassermarke Apollinaris im Mai 2006 sei von der Zentrale des US-Konzerns gesteuert worden. "Van Rensburg hatte da nichts zu sagen", hieß es.

Der Manager hatte den Posten als Deutschland-Chef 2004 von Götz-Michael Müller übernommen. Neben van Rensburg räumt auch der bisherige Deutschland-Sprecher des Konzerns seinen Schreibtisch. Kai Falk verlässt Coca-Cola nach 15 Jahren, wie der Konzern bestätigte.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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