Deutsche Bank Chefkommunikator geht

1997 kam Simon Pincombe zur Deutschen Bank, vor fünf Jahren wurde er Kommunikationschef - und damit ein enger Vertrauter von Konzernlenker Josef Ackermann. Nun geht der Brite, angeblich auf eigenen Wunsch.

Frankfurt am Main - Pincombe sei zu dem Schluss gekommen, dass nun "der geeignete Zeitpunkt" sei, um seine Tätigkeit zu beenden und sich anderen Aufgaben zu widmen, hieß es in einem verschiedenen Nachrichtenagenturen vorliegenden Memo. Über die Nachfolge werde zu gegebener Zeit entschieden. Zu den Gründen wollte sich Deutschlands größtes Geldhaus nicht äußern.

Pincombe galt als Vertrauter von Vorstandschef Josef Ackermann. Der Schweizer hatte in der Vergangenheit mehrfach Kritik an seinem Auftreten in der Öffentlichkeit einstecken müssen. So kündigte Ackermann 2005 den Abbau tausender Stellen an und gab gleichzeitig einen Milliardengewinn bekannt. Für Kritik sorgte auch Ackermanns Victory-Geste während des ersten Mannesmann-Prozesses. Einer der Vorwürfe lautete stets, die von London gesteuerte Kommunikation orientiere sich zu wenig an deutschen Befindlichkeiten. Die Bank stärkte zuletzt wieder die Kommunikationsbereiche in Frankfurt.

Der 54-jährige Pincombe war 1997 zur Deutschen Bank  gekommen und hatte drei Jahre später die Verantwortung für die Kommunikation im Investmentbanking übernommen. Sein Büro hatte er in London.

Seit dem 22. Mai 2002 leitete er als Group Head of Communications die Kommunikation des gesamten Instituts.

Pincombes Vorgänger war Dierk Hartwig, ein Vertrauter von Ackermanns Vorgänger auf dem Vorstandsposten, Rolf-E. Breuer. Im Umfeld der Bank hieß es, Pincombes und Ackermanns Verhältnis sei zuletzt nicht mehr so eng gewesen wie früher. Ackermanns Vertrag als Vorstandschef der größten deutschen Bank läuft bis 2010, eine Verlängerung schloss der Schweizer kürzlich aus.

manager-magazin.de mit Material von reuters, vwd

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