Yukos Zwölf Jahre Straflager

Zwei frühere Manager des russischen Ölkonzerns Yukos sind im Prozess um die Unterschlagung von umgerechnet zehn Milliarden Euro zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Wladimir Malachowski und Wladimir Perewersin müssen für zwölf beziehungsweise elf Jahre ins Straflager, entschied ein Moskauer Gericht.

Moskau - Zwei ehemalige Top-Manager des einst mächtigen russischen Ölkonzerns Yukos  sind zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Beide waren vergangene Woche der Veruntreuung von umgerechnet rund zehn Milliarden Euro schuldig gesprochen worden.

Der frühere Chef der Yukos-Tochter Ratibor, Wladimir Malachowski, muss nach dem Urteil eines Moskauer Gerichts zwölf Jahre und der Ex-Direktor der Abteilung für Auslandsschulden, Wladimir Perewersin, elf Jahre ins Straflager, wie die russische Nachrichtenagentur Prime-Tass meldete.

"Die Beschuldigten sind als fiktive Eigner von durch Yukos kontrollierte Firmen aufgetreten und haben Öl zu einem künstlich niedrigen Preis aufgekauft, um es dann zu einem 3,5 Mal höheren Preis weiterzuverkaufen", zitierte die Nachrichtenagentur aus dem Urteil. Dies wertete das Gericht als Betrug, obwohl dieses Vorgehen in den 1990er Jahren Konzernpolitik vieler russischer Ölfirmen zum Steuersparen war. Die Verteidigung kündigte Berufung an.

Der Prozess gegen die Manager ist Teil einer ganzen Serie von Verfahren gegen das Unternehmen sowie dessen Besitzer und Mitarbeiter. Der Ex-Yukos-Hauptaktionär und ehemals reichste Mann Russlands, Michail Chodorkowski, verbüßt derzeit eine achtjährige Haftstrafe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung in Sibirien. Die Staatsanwaltschaft will das Belastungsmaterial aus dem Verfahren Malachowski/Perewersin auch in einem neuen Strafprozess gegen Chodorkowski und dessen Ex-Partner Platon Lebedew nutzen.

Yukos war im August 2006 für bankrott erklärt worden, nachdem die Behörden Steuernachzahlungen in Höhe von 33 Milliarden Dollar nachforderten und Firmenkonten einfroren. Die Prozesse gegen den früheren Öl-Oligarchen und die Zerschlagung des Yukos-Konzerns gelten als vom Kreml gesteuert, zumal der Hauptförderbetrieb Juganskneftegas dem Staatskonzern Rosneft  zufiel.

Die Zerschlagung von Yukos befindet sich mittlerweile in der Endphase: Ein Konkursverwalter hat angekündigt, noch in diesem Monat mit dem Verkauf der Reste des Konzerns zu beginnen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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