BMW Neuer Chef für China

China ist einer der Boommärkte für den Münchener Autobauer. Allein im vergangenen Jahr stieg der Absatz um 50 Prozent. Nun soll ein neuer Chef den Umsatz steigern.

München - Der Münchener Autobauer BMW  hat für sein Gemeinschaftsunternehmen in China einen neuen Chef bestellt: Alfred Rupp habe zum 1. März Eberhard Schrempf an der Spitze von BMW Brilliance abgelöst, teilte das Unternehmen in Peking mit.

Der 52-jährige Rupp arbeitet seit neun Jahren bei BMW und ist seit Juni 2006 im Management des Joint Ventures. Der 49-jährige Schrempf kehrt in die Zentrale nach München zurück.

Bei BMW Brilliance werden der 320, der 325 und einige Modelle der 5-er Reihe montiert. Andere Modelle wie der 330 und die 7-er Reihe werden importiert. Die jährliche Kapazität liegt bei 30.000 Autos. 2006 verkauften die Münchner rund 36.360 Fahrzeuge im Boommarkt China, das entspricht einem Plus von über 50 Prozent. In der Branche wird erwartet, dass BMW das Gemeinschaftsunternehmen ausbaut.

Zuletzt hatte BMW angekündigt, die Zahl der in China für sein dortiges Jointventure bezogenen Autoteile deutlich hochzufahren. So will BMW den Wert der in China eingekauften Autoteile von 870 Millionen Yuan (85.5 Millionen Euro) 2005 bis Ende 2007 auf drei Milliarden Yuan (295 Millionen Euro) steigern. Zudem soll die Zahl der chinesischen Zulieferer von 45 auf 83 steigen.

Auch Brilliance will weiter expandieren. Das Unternehmen produziert derzeit nach eigenen Angaben über 200.000 Autos im Jahr. Nach Europa will es mittelfristig 50.000 Fahrzeuge exportieren. Neben dem Brilliance BS6 haben die Chinesen bereits einen etwas kleineren BS4 angekündigt, der seine Weltpremiere im März auf dem Genfer Autosalon feiern wird. Außerdem arbeiten die Entwickler an einem BS2 für die Kompaktklasse sowie an einem Sports Utility Vehicle (SUV).

Zuletzt geriet Brilliance Ende vergangenen Jahres in die Schlagzeilen. Yang Rong, Gründer, Chairman und Großaktionär von Brilliance, floh in die USA, weil ihm im heimatlichen China die Strafverfolgung droht. Yang werden nicht näher beschriebene "Wirtschaftsdelikte" vorgeworfen. Der Geschäftsmann galt als drittreichster Mann in China, bevor ihn die Provinz Liaoning, in der seine Fabrik und diejenige von BMW liegen, quasi im Handstreich enteignete.

Die Gouverneure von Liaoning übertrugen Yangs Brillance-Anteile auf eine provinzeigene Holding, zahlten aber nur 6 Prozent des Börsenwertes. Gerüchten zufolge wollte Yang eine neue Fabrik in Schanghai bauen. Das passte den Provinzfürsten offensichtlich nicht.

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