DaimlerChrysler Bischoff folgt Kopper

Manfred Bischoff wird neuer Chef des DaimerlerChrysler-Aufsichtsrats. Bischoff folgt auf den früheren Deutsche-Bank-Lenker Hilmar Kopper, der das Gremium aus Altersgründen verlässt.

Stuttgart - Der derzeitige EADS-Co-Verwaltungsratschef Manfred Bischoff (64) soll am 4. April zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden von DaimlerChrysler  gewählt werden. Dies geht aus der am Dienstag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung in Berlin vor.

Bischoff wird damit auf den langjährigen Aufsichtsratschef und früheren Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper (72) folgen, der das Gremium aus Altersgründen verlässt. Die geplante Wahl von Bischoff kommt nicht überraschend. Schon bei seiner Wahl in den Aufsichtsrat des Autobauers im vergangenen April war in Konzernkreisen bestätigt worden, dass Bischoff Kopper beerben soll.

Der Hauptversammlung wird weiter vorgeschlagen, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank , Clemens Börsig, für Kopper in den Aufsichtsrat zu wählen. Dass Börsig nicht als Aufsichtsratschef bei DaimlerChrysler infrage kommt, verdeutlicht nach Ansicht von Beobachtern den gesunkenen Einfluss der Bank, die derzeit nur noch weniger als 5 Prozent der DaimlerChrysler-Aktien hält. Noch vor vier Jahren war die Deutsche Bank mit 12 Prozent größter Einzelaktionär bei DaimlerChrysler. Heute ist Kuwait mit 7,1 Prozent größter Aktionär.

Bischoff, an dessen Wahl es keine Zweifel gibt, wäre der erste Aufsichtsratschef der Nachkriegszeit, der nicht enge Verbindungen zur Deutschen Bank hat. In Branchenkreisen wird erwartet, dass seinen Posten im Verwaltungsrat des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS  DaimlerChrysler-Vorstand Rüdiger Grube übernimmt, der bereits dem Gremium angehört.

Bischoff, ein langjähriger Weggefährte von Ex-DamlierChrysler-Chef Jürgen Schrempp, gilt als unabhängig und integer. Der am 22. April 1942 geborene Schwabe ist ein Eigengewächs von DaimlerChrysler, bereits 1976 heuerte er in Stuttgart an. Dort koordinierte er zunächst ein Projekt zum Bau eines Geländewagens. Daraus ging später die G-Klasse hervor, deren Entwicklungschef Dieter Zetsche war.

Bischoff war von 1995 bis 2003 Vorstandsmitglied bei DaimlerChrysler. Zudem sitzt er in den Kontrollgremien einer Reihe weiterer deutscher und internationaler Unternehmen wie Fraport  und KPN .

Der Finanzexperte gilt als kühler Rechner. Er hatte Schrempp bei der früheren Dasa an der Spitze des Luft- und Raumfahrtkonzerns abgelöst. Um bei der neu gegründeten EADS den Posten eines der beiden "Chairmen" - vergleichbar mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden - zu übernehmen, hatte Bischoff 2000 seinen Posten als Vorstandschef der Dasa abgegeben. Er blieb aber Mitglied des DaimlerChrysler-Vorstands und war dort für das Geschäftsfeld Aerospace und die industriellen Beteiligungen verantwortlich.

Bei der aktuellen Krise von EADS war Bischoff mit in die Verhandlungen über das Sanierungsprogramm eingebunden, da er dem Board of Directors des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns vorsteht. Der Vater von zwei Kindern und promovierte Volkswirt wollte eigentlich Professor werden. Doch daraus wurde nichts.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa

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