Merrill Lynch Comeback eines New-Economy-Stars

Als Chef des Web-Emissionshauses Net.Ipo begleitete Stefan Albrecht in der Hochzeit der New Economy illustre Unternehmen wie TV Loonland, die Net AG oder Tomorrow Internet an die Börse. Nach dem Niedergang des Neuen Marktes wechselte Albrecht zur Citigroup. Nun ist er offensichtlich von Merrill Lynch abgeworben worden.
Von Karsten Langer

Hamburg - Die Investmentbank Merrill Lynch  stockt ihr Personal in Deutschland weiter auf. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" soll Stefan Albrecht, bisher bei der Citigroup  für Equity Capital Markets (ECM) in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig, künftig das Merrill-Lynch-Kapitalmarktgeschäft in Deutschland und Österreich verantworten. Gegenüber manager-magazin.de wollten weder die Citigroup noch Merrill Lynch die Personalie bestätigen.

Albrecht war in der New Economy eine schillernde Figur. 1998 gründete er zusammen mit Hans-Jörg Schmidt die webbasierte Bank Net.Ipo , die sich später als führendes europäisches Internetemissionshaus bezeichnete. An über 20 Börsengängen war Net.Ipo beteiligt, etwa an den Emissionen von Tomorrow Internet (heute Tomorrow Focus ) , Buecher.de, der Net AG  und TV Loonland. Anfang 1999, in der Hochphase der New Economy, notierte die Net.Ipo-Aktie bei 130 Euro.

Dann brach der Neue Markt wie ein Kartenhaus zusammen. Im Oktober 2001 stellte Net.Ipo sein Geschäft mit Aktienemissionen ein. Schon im April hatte Albrecht das sinkende Schiff verlassen und war zur Citigroup gewechselt.

Auf die Jahre gerechnet war die Net.Ipo-Zeit für Albrecht aber nur ein Intermezzo. Geboren 1963 in Bad Homburg, folgten nach dem Abitur Bundeswehr und die Banklehre beim Traditionshaus Oppenheim. Dann das BWL-Studium und ein USA-Stipendium in Boston.

Die ersten acht Jahre seiner Karriere arbeitete Albrecht bei der Deutschen Bank im Bereich Corporate Finance. Mit knapp 30 Jahren übernahm er die Großkundenbetreuung, 1993 war er Teil des Teams für den Börsengang an der New Yorker Wall Street. Dann wechselte er nach London, wo Albrecht 1998 zuletzt an der Fusion von DaimlerChrysler  mitwirkte.

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