Volkswagen Neuer Mann für Qualität

Toyota ist in der Autobranche das Maß aller Dinge. VW-Chef Martin Winterkorn will die Konkurrenz aus Fernost in Zukunft überflügeln. Helfen soll bei der angestrebten "umfassenden Qualitätsführerschaft" offensichtlich auch ein neuer Chef.

München - Bei der Umsetzung seiner Qualitätsoffensive setzt der neue VW-Konzernchef Martin Winterkorn einem Pressebericht zufolge auch auf neues Personal: Nach Informationen der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche" soll Hans-Joachim Rothenpieler als Nachfolger von Falko Schling schon bald die Zentralfunktion des Qualitätschefs für den gesamten Volkswagen-Konzern  übernehmen. Gegenüber manager-magazin.de bestätigte ein Volkswagen-Sprecher die Personalie.

Seit 1986 war Rothenpieler in verschiedenen Positionen der Fahrzeug- und Aggregate- Entwicklung für den Konzern tätig, bevor er 1995 die Leitung der PKW-Gesamtfahrzeugentwicklung für die Marke Skoda übernahm. Im Jahr 2000 wurde der Ingenieur zum Vorstand Technische Entwicklung der heutigen Bentley Motors berufen. Im Anschluss übernahm Rothenpieler 2003 die Leitung der PKW-Gesamtfahrzeug-Entwicklung für die Volkswagen Aktiengesellschaft. Zurzeit leitet Rothenpieler die Qualitätssicherung der Marke Volkswagen PKW. Er wird diese Aufgabe in Personalunion fortführen.

Wie das Magazin weiter berichtete, hat Winterkorn bei einem Führungskräfte-Treffen in der Pilothalle des Stammwerks Wolfsburg sein neues Management-Team auf das gemeinsame Ziel einer "umfassenden Qualitätsführerschaft" eingeschworen. "VW soll von der äußerlichen Anmutung der Fahrzeuge über die Haptik ihres Innenraums bis hin zum Werterhalt bei Gebrauchtwagen die Konkurrenten künftig abhängen", habe ein Teilnehmer berichtet. Als Benchmark gilt Toyota .

So habe Winterkorn in Abstimmung mit Ulrich Hackenberg, seit Monatsbeginn Entwicklungsvorstand der Marke VW, entschieden, die Fenster- und Türdichtungen des für 2008 geplanten Golf-Nachfolgers zu modifizieren. "Die bisher geplanten Ausführungen empfand Winterkorn als zu wulstig und wenig präzise", so ein Insider dem Bericht zufolge. Jetzt wird eine schmalere Lösung kreiert, die viel gefälliger aussieht und das Unternehmen dennoch keinen Cent mehr kostet.

Bei der ebenfalls im kommenden Jahr startenden Neuauflage des Kleinwagens Polo wolle Winterkorn überdies im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten vor allem die Schalttafel noch einmal überarbeiten lassen. "Der Chef sieht gute Chancen, das Cockpit wertiger wirken zu lassen, ohne dass die umgestaltete Version teurer wird", habe ein Mitglied seiner Führungsmannschaft gesagt.

Hintergrund der Maßnahmen ist dem Bericht zufolge Winterkorns neue Strategie, über verbesserte Anmutungs- und Langzeitqualität auch den Wiederverkaufswert von VW-Modellen zu steigern.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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