ABB Von Grünberg löst Dormann ab

Wenn Jürgen Dormann Anfang Mai den ABB-Verwaltungsratsvorsitz abgibt, wird ihm ein Deutscher folgen. Continental-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg soll neuer Präsident des Kontrollgremiums werden.

Zürich - Neuer Verwaltungsratspräsident bei dem Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB  soll der ehemalige Continental-Chef Hubertus von Grünberg werden. Grünberg, der bei dem Reifenhersteller immer noch den Aufsichtsrat führt, sei einstimmig als Nachfolger von Jürgen Dormann nominiert worden, teilte ABB am Freitag in Zürich mit.

Gleichzeitig werden sich alle anderen Verwaltungsratsmitglieder auf der Generalversammlung am 3. Mai zur Wiederwahl stellen. Für die ABB-Verwaltungsräte gilt eine einjährige Amtszeit.

Der 64-jährige von Grünberg war 1991 bis 1999 Vorstandsvorsitzender bei Continental  in Hannover und wurde anschliessend Aufsichtsratschef. Zudem sitzt er noch bei der Deutsche Telekom  und dem Schweizer Aufzugs- und Rolltreppenhersteller Schindler  im Aufsichtsgremium. Begonnen hatte der in Pommern geborene Manager seine Karriere in den 70ern bei dem Frankfurter Autozulieferer Alfred Teves, der später von Continental übernommen wurde.

Dormann hatte im Dezember angekündigt, ABB mit dem Ablauf seiner Amtszeit am 3. Mai 2007 zu verlassen. Er gilt als Retter des Traditionsunternehmens, das Anfang des Jahrtausends in eine existentielle Krise geraten war. Dormann trat 1998 in den ABB-Verwaltungsrat ein und übernahm im November 2001 dessen Präsidium.

Von September 2002 bis Dezember 2004 fungierte er auch als CEO. In dieser Zeit hatte der Konzern mit gravierenden Liquiditätsproblemen und einer Überschuldung zu kämpfen, bis Mitte 2003 ein vollständiger Zusammenbruch nicht ausgeschlossen werden konnte. In Dormanns Amtszeit fiel auch die so genannte Asbest-Affäre in den USA, die der Konzern dann mit der Zahlung von fast 1,5 Milliarden Dollar beilegen konnte.

Dormann gelang es den Konzern zu stabilisieren und wieder profitabel zu machen. Den Chefposten übergab er dann an den von Sulzer kommenden Fred Kindle. 2006 sprang der Gewinn um 89 Prozent auf 1,390 Milliarden Dollar. Der Auftragseingang legte um 22 Prozent auf 28,40 Milliarden Dollar zu. ABB ist in rund 100 Ländern tätig und hat 108.000 Mitarbeiter.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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