Nestlé-Chef Rücktritt nach 40 Jahren

Peter Brabeck-Letmathe will im kommenden Jahr seinen Posten als CEO abgeben. Nachfolger des Nestlé-Chefs wird aller Voraussicht nach Finanzvostand Paul Polman. Brabeck-Letmathe wird aber weiterhin Präsident des Verwaltungsrats bleiben.

Vevey - Der Nestlé-Chef und Chairman Peter Brabeck-Letmathe wird von seinem Posten als CEO im Anschluss an die Hauptversammlung 2008 zurücktreten. Der Lenker des schweizerischen Lebensmittelkonzerns sagte am Donnerstag, sein Nachfolger als CEO werde in September bekannt gegeben.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass Nestlé-Finanzchef Paul Polman zum neuen Manager an der Spitze des Unternehmens aufrücken wird, während Brabeck weiterhin als Chairman fungiert.

Brabeck-Letmathe hinterlässt ein gut bestelltes Haus. Dank eines starken Verkaufswachstums im Kerngeschäft Nahrungsmittel und Getränke verdiente der Konzern mit Traditionsprodukten wie Nescafe, Nesquik und Kitkat 9,2 Milliarden Schweizer Franken (rund 5,7 Milliarden Euro) und damit binnen Jahresfrist rund 13,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Profitieren will Nestlé  künftig vor allem von der immer stärkeren Nachfrage nach Wellness- und Gesundheitsprodukten, auf die sich der Hersteller von Smarties, Maggi-Tütensuppen und Thomy Mayonnaise langfristig ausrichten will.

"Das Konsumklima ist alles in allem gut. Allerdings wird es 2007 höhere Preise vor allem bei Agrarrohstoffen geben", resümierte Brabeck-Letmathe auf der Jahrespressekonferenz.

Trotz der volatilen Rohstoff- und Energiepreise konnte Nestlé im vergangenen Jahr die Profitabilität steigern. 2006 kletterte das Betriebsergebnis (Ebit) um 12 Prozent auf 13,3 Milliarden Franken, die Ebit-Marge wuchs um 50 Basispunkte auf 13,5 Prozent. Die Dividende soll um 15,6 Prozent auf 10,40 Franken je Aktie erhöht werden. Ein mögliches neues Aktienrückkaufprogramm werde erst später im Jahr geprüft.

Stärken konnte sich Nesté vor allem mit Zukäufen wie dem US-Diätspezialisten Jenny Craig und der von Novartis  für 2,5 Milliarden Dollar erworbenen Sparte Medizinische Ernährung, dank der Nestle zur Nummer zwei bei Produkten und Dienstleistungen für die medizinische Ernährung hinter dem US-Pharmakonzern Abbott  aufstieg.

Nach seinem Wirtschaftsabschluss an der Hochschule für Welthandel in Wien war Brabeck-Letmathe bereits 1968 zu Nestlé in Österreich gestoßen. Nach Stationen als Verkaufsleiter, Landeschef für Ecuador und Venezuela und stellvertretender Vorsitzender wurde er 1997 zum CEO von Nestlé ernannt. Seit 2005 ist er außerdem Präsident des Verwaltungsrats. Die Entscheidung, ihn an die Spitze des Kontrollgremiums zu stellen, war allerdings umstritten. Gegen die Wahl Brabeck-Letmathes hatten sich mehrere Nestlé-Großaktionäre ausgesprochen.

Brabeck-Letmathe ist mit einer Chilenin verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne und eine Tochter. Privat fährt der geborene Österreicher gerne Ski, fliegt und klettert in den Alpen.

manager-magazin.de mit Material von vwd

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.