Berliner Bankenskandal Landowsky plädiert auf unschuldig

In seinem Schlussplädoyer hat Klaus-Rüdiger Landowsky alle Vorwürfe zurückgewiesen. Stattdessen griff der Ex-Chef der BerlinHyp Oberstaatsanwältin Vera Junker scharf an. Sie habe Zeugenaussagen umgedeutet und Tatsachen verdreht. Landowsky warf Junker Ignoranz, Arroganz und Unsachlichkeit vor.

Berlin - "Ich stehe unverändert zu meinen Entscheidungen", sagte der Ex-CDU-Fraktionschef Klaus-Rüdiger Landowsky am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht.

Den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft lägen auch anderthalb Jahre nach Prozessbeginn keine beweisbaren Tatsachen zu Grunde, erklärte der ehemalige Vorstandschef der Bank BerlinHyp in seinem Schlusswort. Das Urteil in dem seit 19 Monaten dauernden Strafverfahren soll nach Angaben des Gerichts möglicherweise in der zweiten Märzhälfte verkündet werden, einen konkreten Termin gibt es noch nicht. "Theoretisch" werde der 21. März ins Auge gefasst.

Seit Juli 2005 müssen sich Landowsky sowie zwölf weitere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der landeseigenen Bank wegen Untreue in besonders schweren Fällen und Beihilfe zur Untreue vor Gericht verantworten. Es geht um eine Kreditvergabe an die Immobilienfirma Aubis in den 1990er Jahren. Die Firma hatte nach der Wende tausende Plattenbauwohnungen in Ostdeutschland gekauft und dafür Millionenkredite von der BerlinHyp erhalten.

Die Angeklagten sollen der Kreditvergabe zugestimmt haben, ohne die Kreditwürdigkeit der Firma ausreichend geprüft zu haben. Für Landowsky hat die Staatsanwaltschaft im Dezember eine dreijährige Freiheitsstrafe ohne Bewährung gefordert. Für die zwölf Mitangeklagten wurden Strafen von bis zu vier Jahren Haft gefordert. Alle Verteidiger haben auf Freispruch plädiert.

Die Kredite für die Sanierung der Plattenbauten seien nach der Wende in einer allgemeinen Aufbruchstimmung gewährt worden, sagte Landowsky. "Wir waren von einer hohen Gewinnerwartung überzeugt." Die optimistische Zukunftsprognose hätte sich als richtig erwiesen. Würden die damals angekauften Wohnungen heute verkauft, könnte das Land einen Gewinn in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe verbuchen, erklärte der einst mächtigste CDU-Politiker Berlins. "Es hätte nie zu dieser Anklage kommen dürfen."

In seinem Schlusswort griff Landowsky vor allem Oberstaatsanwältin Vera Junker scharf an. Sie sei im Prozess nicht daran interessiert gewesen, die genauen Geschehensabläufe aufzuklären, sondern habe Zeugenaussagen umgedeutet und Tatsachen verdreht, um die Schuld der Angeklagten zu beweisen. Der 64-Jährige warf der Staatsanwältin Ignoranz, Arroganz und Unsachlichkeit vor.

Landowsky hatte die Affäre 2001 selbst ins Rollen gebracht, als er die Annahme einer 40.000-Mark-Spende an die CDU von zwei Aubis-Managern zugab. Kurz darauf trat er von allen Ämtern zurück. In der Folge des Skandals zerbrach 2001 auch die große Koalition von CDU und SPD in Berlin; das Land geriet in eine milliardenschwere Haushaltskrise.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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