Haniel Jenoptik-Chef abgeworben

Die Haniel-Gruppe ist auf der Suche nach einem weiteren Vorstandsmitglied offensichtlich fündig geworden. Jenoptik-Chef Alexander von Witzleben soll nach Duisburg wechseln. Von Witzlebens Job soll Michael Mertin übernehmen.

Jena - Der 43-jährige Jenoptik-Chef Alexander von Witzleben, der seit 2003 dem Vorstand des ostdeutschen Unternehmens vorsteht, werde den neuen Posten wahrscheinlich im Juni oder Juli antreten. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" in ihrer Donnerstagausgabe. Beide Unternehmen wollten die Meldung nicht kommentieren.

Der Familienkonzern hatte sich unter der Führung des neuen Vorstandschefs Eckhard Cordes entschlossen, die Kontrolle der Tochtergesellschaften und Beteiligungen zu verstärken. Dazu war in einem ersten Schritt im September vergangenen Jahres der Chef des börsennotierten Pharmagroßhändlers Celesio, Fritz Oesterle, in das Führungsgremium der Duisburger Gruppe berufen worden. An Celesio  ist Haniel mit 52,9 Prozent beteiligt.

Haniel habe damit den Umbau im Vorstand der Holding abgeschlossen, schreibt die Zeitung weiter. Von Witzleben soll bei Haniel für drei Tochtergesellschaften und eine Mehrheitsbeteiligung zuständig sein - ELG, HTS, Xella sowie Takkt. Die Haniel-Gruppe ist ferner Großaktionär bei Metro .

Jenoptik  soll dem Bericht zufolge schon einen Nachfolger für von Witzleben gefunden haben. Auf der Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag werde aller Voraussicht nach der einzige verbleibende Vorstand, Michael Mertin, zum neuen Vorstandschef gekürt, hieß es.

Mertin würde ein Unternehmmen übernehmen, das sich in der Konsolidierungsphase befindet. 2006 wurde die größe Tochtergesellschaft M+W Zander mit 7200 Beschäftigten verkauft, der Anteil an der Beteiligungsgesellschaft DEWB AG auf gut 10 Prozent reduziert und ein Rechtsstreit mit DEWB-Aktionären um Abfindungen in Millionenhöhe gewonnen.

Zuletzt hatte sich von Witzleben Ende Januar anlässlich der Präsentation der vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2006 zur Lage des Unternehmens geäußert. "Wir haben viele Probleme gelöst, gleichzeitig ist das Stammgeschäft kräftig gewachsen", sagte Vorstandschef von Witzleben. Beim Umsatz habe das Unternehmen ein Plus von knapp 20 Prozent auf 480 bis 490 Millionen Euro verbucht. Nach den vorläufigen Zahlen erwirtschaftete Jenoptik 2006 einen Gewinn nach Steuern von 10 bis 15 Millionen Euro. 2007 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzsatzwachstum von 10 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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