Sportfive CEO Cordes muss gehen

Vor einigen Monaten verkauften Goldman Sachs und RTL den Sportrechtevermarkter Sportfive an den französischen Konzern Lagardère. Nun greift der neue Gesellschafter durch und entlässt völlig überraschend den deutschen CEO Philip Cordes. Auch in Frankreich steht ein Wechsel an.

Hamburg - Im vergangenen November hatte Philip Cordes noch von "hervorragenden Rahmenbedingungen" gesprochen, die nun auf Sportfive zukämen. Der CEO der Sportrechteagentur begrüßte mit diesen Worten den Eignerwechsel. Neuer Gesellschafter wurde zu diesem Zeitpunkt für 865 Millionen Euro der französische Medien- und Luftfahrtkonzern Lagardère. Doch die Zeiten ändern sich - zumindest für Cordes.

Wie die Onlineausgabe des Fachblatt "Sponsors" berichtet, wird der Manager entlassen. Cordes, Jahrgang 1966, war seit 2004 CEO des Unternehmens, zuvor hatte er in verantwortlichen Positionen auch schon für Sportfive-Vorläufer Ufa Sports gearbeitet. Neben Cordes soll ebenfalls der französische CEO Alain Krzentowski das Unternehmen verlassen.

Sportfive-Sprecherin Caroliene Götz will zu dem Bericht keine Stellung nehmen. "Wir können nichts offiziell kommentieren, bevor nicht alle juristischen Feinheiten geklärt sind", sagte sie am Mittwoch gegenüber manager-magazin.de.

Der Rücktritt kommt indes auch für Branchenkenner überraschend. Experten vermuten, dass Lagadère, das erst im Oktober vergangenen Jahres eine eigene Sport-Unit aus der Taufe hob, ein einheitliches Management installieren will. Lagardère Sports wird derzeit von Stephane Schindler geleitet.

Sportfive hält unter anderem die TV-Rechte an der Europa-Fußballmeisterschaft 2008, sowie an zahlreichen Fußballvereinen wie zum Beispiel in Deutschland an Hertha BSC, Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, HSV, 1. FC Kaiserslautern und den 1. FC Nürnberg. Darüber hinaus vermarktet Sportfive auch die Boxer Vitali und Wladimir Klitschko.

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