Swissair-Pleite Haft- und Geldstrafen gefordert

Als Hauptverantwortlicher der Swissair-Pleite soll Mario Corti, letzter Lenker der Fluglinie, nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für mehr als zwei Jahre ins Gefängnis. 14 bis 18 Monate auf Bewährung beantragten die Ankläger für die beiden Ex-Finanzchefs und den ehemaligen Konzernchef Philippe Bruggisser.

Zürich - Im Prozess um die größte Pleite der Schweizer Unternehmensgeschichte hat die Staatsanwaltschaft für die Ex-Manager der zusammengebrochenen Fluggesellschaft Swissair Freiheitsstrafen von sechs bis 28 Monaten gefordert.

Die Staatsanwaltschaft schöpfte bei den mit Spannung erwarteten Anträgen im Prozess um die größte Schweizer Wirtschaftspleite den maximalen Strafrahmen von bis zu siebeneinhalb Jahren erwartungsgemäß nicht aus. Allerdings blieb es auch nicht bei Geldstrafen und im Falle des letzten Swissair-Kapitäns auch nicht bei einer Bewährungsstrafe. Die höchste Strafe verlange der leitende Staatsanwalt des Kantons Zürich Christian Weber für den letzten Swissair-Chef Mario Corti. Gegen ihn sei eine Freiheitsstrafe von 28 Monaten sowie eine Geldbuße von 1,08 Millionen Schweizer Franken beantragt werden.

Für den ehemaligen Swissair-Verwaltungsratspräsident und Konzernchef Eric Honegger fordert die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von acht Monaten auf Bewährung und eine Buße von 90.000 Franken. Für den ehemaligen Konzernchef Philippe Bruggisser fordert die Anklage eine Gefängnisstrafe von 15 Monaten auf Bewährung und eine Buße von 400.000 Franken.

Acht ehemalige Verwaltungsräte der 2001 untergegangenen Swissair-Gruppe, dem führende Persönlichkeiten der Schweizer Wirtschaftswelt angehörten, sollen Gefängnisstrafen zwischen sechs und zehn Monaten auf Bewährung und Geldstrafen zwischen 38.000 und 540.000 Franken erhalten.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich wirft den 19 Angeklagten Vergehen wie ungetreue Geschäftsführung, Gläubigerschädigung oder Urkundenfälschung vor. Nach dem Bankrott stand die ehemalige Renommierlinie mit 17 Milliarden Franken (rund 11,5 Milliarden Euro) in der Kreide.

Nach den Geschädigtenvertretern haben in den kommenden beiden Wochen die Verteidiger das Wort. Alle 19 Angeklagten hatten sich bereits bei der Befragung durch das Bezirksgericht Bülach für unschuldig erklärt. Wann das Urteil ergeht, ist noch offen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap