Freitag, 23. August 2019

BWL in St. Gallen Bloß kein Fachidiot

BWL sollte es auf jeden Fall sein, in Mannheim. Dann ließ sich Felix Heinrich, 23, auf der Rückfahrt vom Italienurlaub überreden, am Aufnahmetest der Uni St. Gallen teilzunehmen. Seit drei Semestern studiert er in der Schweiz. Heute will er "einer von den Guten werden".

Als ich in St. Gallen anfing, sagte einer der Professoren: "Wir machen hier das, was ihr noch nicht könnt" – und damit hatte er Recht. Weil ich mich schon immer für Wirtschaft interessiert habe, hatte ich schon solide Grundkenntnisse in dem Fach. Aber hier wird einem einfach jeder Zusammenhang erklärt.

BWL-Student Felix Heinrich: Wirtschaft steckt in allem
Das finde ich wichtig, denn Wirtschaft steckt in allem - aber man weiß selbst als vermeintlicher Profi oft viel zu wenig darüber. Wie wirkt sie sich beispielsweise auf internationale Beziehungen aus, welche Rolle spielt die Weltbank? Wie hängt die Entwicklung der Ersten Welt mit der in der Dritten zusammen?

Oder was bedeutet eine Nachrichtenmeldung wie "Der Basiszins wurde angehoben"? Klar, ich wusste, dadurch wird alles teurer und so die Wirtschaft gebremst, aber das ist eben nicht alles. Gleichzeitig verringert sich das Inflationsrisiko, was ja wiederum positiv ist. In der Wirtschaft herrscht Dualität, das macht sie so unheimlich spannend.

Während meines BWL-Studiums in Deutschland hat mir nicht direkt etwas gefehlt. Ich mochte die Universität in Mannheim und habe auch gern da studiert. Aber im Vergleich merke ich schon, dass an der Universität St. Gallen viel mehr geboten wird, dass die Ausbildung vielseitiger ist.

Dass ich hier gelandet bin, war reiner Zufall: Kommilitonen haben mir vor einem gemeinsamen Italien-Urlaub in den Semesterferien vorgeschlagen, ich solle doch auch bei dem Aufnahmetest für die Uni in St. Gallen mitmachen, weil sich alle dort bewarben. Und der Termin für den Test lag eben so, dass sie auf dem Heimweg von Italien in St. Gallen Halt gemacht haben. Ich hatte erst keine Lust, weil das ja auch Geld kostet, habe dann aber spontan doch mitgemacht. Und bin als einziger von uns genommen worden.

Meine Erwartungen an das Studium haben sich bisher ausnahmslos erfüllt. Ich hatte mir von dem Wechsel versprochen, neben der klassischen BWL einen besseren Einblick in die Verknüpfungen der Wirtschaft mit unserem alltäglichen Leben zu bekommen. Außerdem war mir wichtig, die Uni später nicht als so ein Fachidiot zu verlassen, der zwar alle wirtschaftlichen Zusammenhänge kennt, aber nicht weiß, wie und wo er die überhaupt anwenden soll.

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