Berentzen Einer für alles

Der emsländische Getränkekonzern Berentzen reduziert die Zahl seiner Vorstandsmitglieder auf eins: In Zukunft soll Berentzen-Chef Axel Dahm die Geschäfte allein führen. Unterstützt werden soll Dahm von einem achtköpfigen Führungsteam.

Haselünne - Berentzen  setzt auf einen Ein-Mann-Vorstand: Künftig solle nur noch der Vorstandsvorsitzende Axel Dahm die Gesamtverantwortung erhalten, teilte der Getränkespezialist am Freitag in Haselünne mit. Die Hauptversammlung im Mai müsse eine entsprechende Satzungsänderung beschließen, sagte ein Sprecher der Berentzen-Gruppe.

In der Zwischenzeit werde der 72-jährige Max Pelikan als Interimsvorstand eingesetzt. Pelikan war in früheren Jahren als Marketing-Experte für Berentzen tätig. Auch Dahm, der seit Herbst vergangenen Jahres Berentzen-Chef ist, gilt als Markenexperte und war in dieser Funktion bereits zwischen 1993 und 1997 für Berentzen aktiv. Nach Unstimmigkeiten mit dem damaligen Firmenchef Jan Berentzen verließ er allerdings das Unternehmen und wurde Marketingchef der Zigarettenkonzerne Reemtsma und Imperial Tobacco. Später verantwortet er die internationale Markenführung beim Schweizer Pharmakonzern Novartis  und war dort für den Bereich Werbung und Kommunikation zuständig.

Dahm solle künftig von einem achtköpfigen Führungsteam unterstützt werden. Aus diesem Kreis sollen zwei Manager - der 41-jährige Christian Berentzen und der gleichaltrige Ralf Brühöfner - als Generalbevollmächtigte zusätzliche Verantwortung erhalten. Brühöfner werde konzernübergreifend die Bereiche Finanzen, Personal und IT leiten. Berentzen werde zum Vorsitzenden der Konzerntochter Vivaris Getränke GmbH ernannt und übernehme zusätzliche Aufgaben beim Erschließen neuer Produktfelder, hieß es.

Nach Angaben des Unternehmenssprechers soll in den kommenden beiden Jahren vor allem das Marketing für die Hauptmarken Berentzen und Puschkin verbessert werden. "Die beiden Traditionsmarken sollen für die Verbraucher attraktiver werden", sagte er.

Die börsennotierte Berentzen-Gruppe hatte 2005 nach einer Durststrecke von zwei Jahren wieder einen Gewinn von 6,8 Millionen Euro erwirtschaftet, der aber vor allem aus dem Verkauf einer Beteiligung an dem norwegischen Mischkonzern Arcus resultierte. Für 2006 peilte das Unternehmen auch operativ wieder schwarze Zahlen an. Umsatz und Ergebnis würden wahrscheinlich Ende März mitgeteilt werden, sagte der Sprecher.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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