Porsche Wolfgang Porsche wird AR-Chef

Großaktionär Wolfgang Porsche ist neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats, mit Hans-Peter Porsche rückt ein weiteres Familienmitglied in das Gremium auf. Durch die Umbesetzung erhöht sich die Zahl der Angehörigen der Familien Porsche und Piëch auf fünf der 13 Mitglieder des Aufsichtsrats.

Stuttgart - Wolfgang Porsche wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Porsche . Das sagte der scheidende Vorsitzende des Gremiums, Helmut Sihler, auf der Porsche Hauptversammlung am Freitag in Stuttgart.

Sihler hatte zum Ende der Aktionärsversammlung seinen Rücktritt angekündigt. Er scheidet nach 14 Jahren als AR-Vorsitzender aus dem Kontrollgremium aus. Wolfgang Porsche ist Enkel des Käfer-Entwicklers Ferdinand Porsche und gilt als intimer Kenner des Sportwagenbauers. Der in Stuttgart geborene promovierte Handelswissenschaftler sitzt seit fast 30 Jahren im Aufsichtsrat von Porsche - er hat damit hautnah alle Höhen und Tiefen der weltweit bekannten Sportwagenmarke erlebt.

Porsche ist ein Enkel des legendären "Käfer"-Entwicklers Ferdinand Porsche und Sohn von Porsche-Gründer Ferry Porsche. Nach seinem Studium in Wien ging Porsche für fünf Jahre zu Daimler-Benz. Er tritt als Sprecher der Familie häufig in der Öffentlichkeit auf, etwa bei Porsche-Club-Treffen in den USA.

Seine als Filmproduzentin tätige Frau Sabine sorgt dafür, dass sich Wolfgang Porsche auch auf glamouröseren Events blicken lässt. Viel Zeit hat er aber nicht, denn der Porsche-Erbe ist wirtschaftlich stark engagiert, unter anderem als Geschäftsführender Gesellschafter des milliardenschweren Autohändlers Porsche Holding in Salzburg.

Zugleich soll nach Sihlers Ausscheiden mit Hans-Peter Porsche ein weiteres Familienmitglied in das Kontrollgremium aufrücken. Mit dem Einzug von Hans-Peter Porsche werden die Familien ihre Präsenz im Aufsichtsrat stärken. Denn so erhöht sich die Zahl der Angehörigen der Eignerfamilien Porsche und Piëch auf fünf der 13 Mitglieder des Aufsichtsrates.

Die Familie Porsche stellt zudem erstmals seit Jahren wieder einen Vertreter mehr als die Familie Piëch, die unter anderem durch Ferdinand Piëch vertreten ist. Piëch ist zugleich auch Aufsichtsratschef bei dem Autobauer Volkswagen, an dem Porsche mit 27,4 Prozent beteiligt ist.

Als Nachfolger von Walther Zügel, der ebenfalls sein Mandat niedergelegt hat, soll Ulrich Lehner nachrücken, der derzeit Vorsitzender der Geschäftsführung bei Henkel  ist.

Zum letzen Mal führte mit Ferdinand Alexander Porsche von 1990 bis 1993 ein Familienmitglied den Aufsichtsrat des Sportwagenherstellers an. Zuvor war der Gründer der Marke Porsche, Ferry Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender. Ferry Porsche ist der Vater von Ferdinand Alexander Porsche und Wolfgang Porsche.

Warum die Familien die Macht haben

Warum die Familien die Macht haben

Sämtliche Stammaktien besitzen die Familien Porsche und Piëch. Nur diese Wertpapiere sind stimmberechtigt. Dies bedeutet, dass Anträge auf der Hauptversammlung (HV) problemlos durchgewunken werden, wenn die Besitzer sich im Vorfeld auf die Vorschläge geeinigt haben.

Die bei der HV auftretenden Kleinaktionäre haben keine Stimme. Sie besitzen lediglich stimmrechtslose Vorzugsaktien. Deren Vorzug liegt unter anderem darin, dass an ihre Inhaber eine etwas höhere Dividende ausgeschüttet wird. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2005/06 (31. Juli) etwa 6,00 Euro, während die Stammaktionäre nur 5,94 Euro erhalten.

Das Aktienkapital der Dr.Ing.h.c.F.Porsche AG beträgt 45,5 Millionen Euro. Es teilte sich in 8.750.000 Stammaktien und 8.750.000 börsennotierte Vorzugsaktien. Mehr als die Hälfte der Vorzugsaktien besitzen nach Angaben von Porsche institutionelle Investoren in der ganzen Welt.

Etwas weniger als die Hälfte befindet sich in den Händen von privaten Anlegern meist aus Deutschland. Aber auch die Besitzer-Familien halten laut Geschäftsbericht Vorzugsaktien. Milliarden erlöst der in Österreich residierende Porsche/Piëch-Clan zudem mit der Porsche Holding (Salzburg) als einem inzwischen europaweit agierenden Autohändler, der hauptsächlich Autos des Volkswagenkonzerns verkauft.

manager-magazin.de mit Material von dpa, vwd und reuters

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