Samstag, 21. September 2019

Josef Ackermann 2010 ist Schluss

2. Teil: Verhaltenskodex für Hedgefonds

Verhaltenskodex für Hedgefonds

Ackermann sprach sich dafür aus, in der Industriepolitik auch nationale Interessen zu wahren. "Es ist außerordentlich problematisch, wenn unsere Unternehmen im Rüstungs- oder Telekommunikationsbereich, wahrscheinlich auch im Medienbereich, weitgehend unter Einflüsse kommen, die wir nicht mehr kontrollieren können", sagte er.

Deshalb beteilige sich die Deutsche Bank daran, die EADS- Aktien, die DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen verkaufen will, in Deutschland zu halten: "Solange viele nationalstaatlich denken, finde ich es legitim, wenn einzelne Länder in bestimmten Bereichen mit defensiven Maßnahmen reagieren." Allerdings sei es wünschenswert, dass man sich "auf europäische und am Ende sogar auf globale Lösungen" einige.

Der seit 2002 amtierende Chef der Deutschen Bank warnte vor einer Überhitzung in den Bereichen Hedgefonds und Private Equity. "Ich sehe mit einer gewissen Sorge, dass die Standards in den Finanzierungen von einzelnen Marktteilnehmern reduziert werden und man bereit ist, Preise zu zahlen, die wahrscheinlich in Teilen zu hoch sind", sagte Ackermann. "Aber das sind bei weitem noch keine Belege für eine Blase." Gefahren für die Weltfinanzmärkte oder Kreditinstitute drohten nicht.

Die Deutsche Bank selbst ist nach Worten ihres Chefs durch ihr Geschäft mit Hedgefonds, das im Investmentbanking rund 20 Prozent der Erträge ausmacht, nicht gefährdet. "Unsere Kredite sind gesichert", sagte Ackermann. Zugleich sprach er sich für einen Verhaltenskodex für die Hedgefonds-Branche aus.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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