T-Mobile Finanzchef geht, Österreicher kommt

Der Finanzvorstand von T-Mobile verlässt die Telekom-Tochter. Thomas Winkler galt bisher als enger Vertrauter von Telekom-Chef Obermann, angeblich hatte er sich Hoffnungen auf den T-Mobile-Chefposten gemacht. Den aber bekam Hamid Akhavan.

Bonn - Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen heißt es, dass sich Thomas Winkler Hoffnung auf den Chefposten bei T-Mobile gemacht hatte, der mit dem Wechsel von Rene Obermann an die Spitze des Telekom-Konzerns frei geworden war. Da aber Hamid Akhavan das Rennen machte, habe sich Winkler zum Gehen entschlossen, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Telekom-Chef René Obermann bedauerte den Abgang von Thomas Winkler: "Als Finanzvorstand hat Thomas Winkler großen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der T-Mobile in den vergangenen Jahren."

Winkler verantwortete seit Juni 2001 das Finanzressort bei dem Mobilfunkanbieter. Ein Nachfolger für Winkler wurde bisher nicht benannt. In die Amtszeit von Winkler fiel unter anderem die Integration der T-Mobile USA wie auch die Akquisition des österreichischen Handy-Gesellschaft Telering.

Gleichzeitig gab es einen Chefwechsel bei der österreichischen T-Mobile-Tochter. Der Chef von T-Mobile Austria, Georg Pölzl, wird sich künftig ausschließlich um das Sparprogramm "Save for Service" bei der Muttergesellschaft Deutschen Telekom kümmern. Pölzl kündigte an, er werde deshalb Ende Februar den Mobilfunkanbieter verlassen. Nachfolger an der Spitze von T-Mobile Austria werde zum 1. März Robert Chvatal, derzeit Chef von T-Mobile Slovakia.

Bei der Strategie-Entwicklung steht dem neuen Telekom-Vorstand ein fünfköpfiges Manager-Team zur Seite. Neben Pölzl sind das Robert Dotson, Chef von T-Mobile USA, T-Com-Personalvorstand Dietmar Welslau als Beauftragter für Personalumbau und Beschäftigungssicherung, Tonio Kröger, Chef der deutschen Werbefirma DDB, sowie der langjährige McKinsey-Deutschland-Chef Jürgen Kluge. Zur Strategie machte Pölzl keine Aussage. Er sagte lediglich, dass es um viele Dinge gehen werde, nicht nur ums Sparen.

Mängel im Service

Mängel im Service

Der frühere Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte ein Sparziel von fünf Milliarden Euro bis zum Jahr 2010 ausgerufen. Daran hielt sein Nachfolger Rene Obermann fest. Er will aber die Schwerpunkte eventuell anders setzen. Die Kosten müssten runter, daran gehe kein Weg vorbei, hatte Obermann gesagt. Das gelte auch für die Personalkosten. Die Telekom will 45.000 Service-Mitarbeiter in konzerneigene Gesellschaften ausgliedern.

Noch diesen Monat will der Konzern dazu Gespräche mit den Gewerkschaften führen. Sie sollen Lohnsenkungen sowie verlängerten und flexiblen Arbeitszeiten zustimmen, um die Beschäftigung der Mitarbeiter langfristig zu sichern.

Neben der Kostensenkung hat sich Obermann die Verbesserung des Service auf die Fahnen geschrieben, um Marktanteile am umkämpften deutschen Markt zu verteidigen. Insbesondere im Festnetz bekommt die Telekom den Wettbewerb zu spüren und versucht mit neuen Angeboten wie Internet-Fernsehen dem Kundenschwund Einhalt zu gebieten. Die Sparten Mobilfunk und Festnetz sollen enger verzahnt werden, Zuständigkeiten wurden auf Konzernebene gebündelt. Genauere Aussagen zur künftigen Strategie werden zur Bilanzpressekonferenz Anfang März erwartet. Obermann hatte erhebliche Mängel im Service eingeräumt.

Auf die Frage, was ihn als Chef von T-Mobile Austria für seine neue Aufgabe im Konzern qualifiziere, sagte Pölzl: "Wenn ein Unternehmen vor zehn Jahren neu entstanden ist in einem umkämpften Markt, dann ist die Fokussierung auf den Kunden natürlich ganz anders als in einem Unternehmen, dass über Jahre in einem geschützten monopolistischen Umfeld entstanden ist." Unter seiner Regie hatte T-Mobile Austria den Konkurrenten Telering übernommen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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