Freitag, 6. Dezember 2019

Yukos Gründer in London ermordet?

Anfang Januar wurde Juri Golubjew, einst Gründer des russischen Ölkonzerns Yukos, tot in seinem Londoner Domizil gefunden. Moskauer Ermittler glauben, dass er umgebracht wurde. Ein weiterer Yukos-Manager ist unterdessen in Moskau vor der Justiz geflohen und untergetaucht.

Moskau - Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Kollegen in London gebeten, die näheren Umstände von Golubjews Tods aufzuklären. Es sei zu vermuten, "dass er infolge von Gewalteinwirkung gestorben ist", sagte ein Mitarbeiter der Behörde in Moskau.

Chef im Gefängnis, Gründer verstorben, Manager geflüchtet: Der Ölkonzern Yukos wird von der Justiz gebeutelt
Golubjew wurde am 8. Januar in London tot in seinem Haus aufgefunden. Scotland Yard hat bislang keine Stellungnahme zum Tod des Yukos-Mitbegründers abgegeben.

Die russische Staatsanwaltschaft bezeichnete den Ex-Manager als möglichen Zeugen in weiteren Verfahren gegen andere Yukos-Funktionäre - zum Beispiel den Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski, der bereits wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis sitzt. Kritiker des Verfahrens gegen Chodorkowski sagen, das Vorgehen des Staates sei politisch motiviert. Der einst reichste Mann Russlands hatte sich als Rivale des Staatspräsidenten Wladimir Putin inszeniert.

Gegen Golubjew selbst ermittelten die russischen Behörden nicht. Der 65-Jährige war indes einer der wichtigsten Figuren bei Yukos Börsen-Chart zeigen. In den siebziger und achtziger Jahren arbeitete er zunächst im sowjetischen Außenhandel, Anfang der Neunziger kam er ins Ölbusiness und gründete Yukos - noch bevor der Konzern von Chodorkowskis Menatep-Bank übernommen wurde.

Auch nach der Privatisierung hatte Golubjew großen Einfluss auf die Geschäfte des Unternehmens. Im Sommer 2003 leitete er nach der Verhaftung des Chodorkowski-Partners Platon Lebedjew für eine kurze Zeit die Menatep-Bank.

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