Deutsche Bank Abgang eines Urgesteins

Nun ist es offiziell: Die Deutsche Bank verteilt die Aufgaben an der Spitze neu und verkleinert den Vorstand wieder auf vier Mitglieder. Hierzu verlässt Personalchef Tessen von Heydebreck Ende Mai das Führungsgremium; seine Aufgaben werden aufgeteilt.

Frankfurt am Main - Tessen von Heydebreck, Personalchef der Deutschen Bank , wird zur Hauptversammlung am 24. Mai den Vorstand verlassen. Im Umfeld der Bank hieß es, der seit 1994 im obersten Managementgremium tätige Banker gehe in den Ruhestand. Von Heydebreck, der seit 32 Jahren für die Deutsche Bank arbeitet, wird dem Haus aber als Berater erhalten bleiben, erklärte das Institut am Mittwoch in Frankfurt.

Einen Nachfolger als Personalvorstand gibt es nicht. Von Heydebrecks Aufgaben werden auf die vier anderen Vorstandsmitglieder verteilt. IT-Chef Hermann-Josef Lamberti übernimmt das Personalressort einschließlich der Aufgaben des Arbeitsdirektors. Hugo Bänziger, als Vorstand für das Risikomanagement zuständig, verantwortet künftig auch die Bereiche Recht und interne Kontrollregeln (Compliance). Finanzvorstand Anthony di Iorio leitet die Revision. Bankchef Josef Ackermann wird auch zuständig für das kulturelle und gesellschaftliche Engagement (Corporate Social Responsibility).

Lange war die frühere IBM-Managerin Juliane Wiemerslage als Nachfolgerin für von Heydebreck im Gespräch. Deutsche-Bank-Lenker Ackermann hatte die frühere Personalchefin der deutschen Sektion von IBM  vor knapp zwei Jahren zum Frankfurter Finanzinstitut geholt. Nun geht die Managerin vorerst leer aus. Bereits vor einem Jahr waren Gerüchte um sie aufgeflammt. Wiemerslage hätte Medienberichten zufolge bereits zum Oktober 2006 bestellt werden sollen, doch überlegten es sich die Beteiligten aus Gründen der Kontinuität offensichtlich anders.

Heydebrecks Vertrag wurde im Zuge des Mannesmann-Prozesses Anfang 2006 um ein Jahr verlängert, um weitere Unruhe in der Konzernführung zu vermeiden. Ab dem 60. Lebensjahr vergibt der Aufsichtsrat der Bank an Topmanager in der Regel nur noch Einjahresverträge. Im Januar erreichte der Personalchef die inoffizielle Altersgrenze für Deutsche-Bank-Vorstände von 62 Jahren.

Bereits seit 1994 sitzt von Heydebreck, der einer alten Adelsfamilie entstammt, im Führungsgremium der Bank. Mittlerweile ist er das dienstälteste Vorstandsmitglied, mit Ackermann arbeitet der scheidende Personalvorstand bereits unter dem dritten Deutsche-Bank-Vormann nach Hilmar Kopper und Rolf-E. Breuer.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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