BP Frühzeitiger Wechsel

Das Ölunternehmen BP bekommt einen neuen Chef. Der bisherige BP-Lenker John Browne wird nahezu eineinhalb Jahre früher als ursprünglich vorgesehen seinen Posten räumen. Sein Nachfolger soll Tony Hayward werden, der bisher für die Ölsuche des Konzerns verantwortlich ist.

London - Der Chef des britischen Ölkonzerns BP  will seinen Posten früher aufgeben als bisher geplant. John Browne habe sich entschlossen, schon Ende Juli von seinem Amt zurückzutreten, teilte BP. Damit geht er fast eineinhalb Jahre früher als ursprünglich vorgesehen.

Auf seinen Posten soll Tony Hayward vorrücken, der bisher für die BP-Geschäftsfelder Förderung und Exploration verantwortlich zeichnete. Der Kurs der BP-Aktie stieg nach der Mitteilung um 1,8 Prozent. Brown galt in der Ölbranche lange als Visionär. Sein Ruf hatte aber zuletzt unter einer Reihe von tödlichen Unfällen in einer US-Raffinerie gelitten.

Browne hatte im Sommer zugesagt, noch bis Ende 2008 BP-Chef zu bleiben. Nun habe er aber entschieden, dass bereits jetzt ein Nachfolger benannt werden solle, um eine geordnete Übergabe zu ermöglichen, teilte BP-Chairman Peter Sutherland mit. Diese Entscheidung sei vom BP-Direktorium uneingeschränkt unterstützt worden. Zudem sei man zu dem Schluss gekommen, dass eine Übergangsphase von sechs Monaten angemessener sei als eine von 18 Monaten.

Browne arbeitet seit 1966 bei BP, der nach Marktkapitalisierung drittgrößten westlichen Ölfirma. Seit 1995 war er Vorstandschef und verantwortete in dieser Funktion 1998 auch die Übernahme der US-Firma Amoco. Vor allem wegen seiner Akquisitionsstrategie und seiner Bemühungen um den Umweltschutz genoss er hohes Ansehen in der Branche.

Neben der Unfallserie in der Raffinerie in Texas hatte er jüngst aber auch mit Nachlässigkeiten bei der Wartung einer wichtigen Pipeline in Alaska zu kämpfen.

Der designierte neue Firmenchef Hayward arbeitet seit 1982 für BP und avancierte 2003 zum Mitglied des zentralen Boards. Unter Branchenexperten galt er bereits länger als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge auf dem Chefsessel. Analysten begrüßten die nun erfolgte Wahl Haywards.

manager-magazin.de mit Material von reuters