Attentat Bankier in Moskau getötet

In Moskau ist zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen ein Bankier einem Auftragsmord zum Opfer gefallen. Ein unbekannter Täter erschoss Konstantin Meschtscherjakow, den Miteigentümer der Privatbank Spezsetstrojbank, vor einem Wohnhaus.

Moskau - In Russland ist erneut ein Bankier Opfer eines mutmaßlichen Auftragsmords geworden. Konstantin Meschtscherjakow, Mitbesitzer der Privatbank Spezsetstrojbank, wurde nach Angaben der Moskauer Staatsanwaltschaft in der Innenstadt von einem Unbekannten mit mehreren Schüssen niedergestreckt und getötet. Die 1994 gegründete Spezsetstrojbank ist ein kleines privates Geldinstitut mit Filialen in Moskau und St. Petersburg.

Der Mord könne in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit Konstantin Meschtscherjakow stehen, zitierte die Nachrichtenagentur ITAR-Tass einen Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft.

Das Opfer sei auf eine für Auftragsmorde typische Weise zunächst angeschossen und dann mit einem gezielten Kopfschuss getötet worden. Über die Hintergründe des Mordes gebe es bislang keine Informationen. Die Geschäftsbank gehört nicht zu den führenden Finanzinstituten Russlands.

Meschtscherjakow ist bereits der dritte Banker, der in den vergangenen drei Monaten in Moskau erschossen wurde. Mitte September war der Vizechef der russischen Zentralbank, Andrej Koslow, nach einem Fußballspiel von Auftragskillern erschossen worden. Nach Medienberichten haben drei Ukrainer den Mord an Koslow gestanden. In der Öffentlichkeit ist bislang aber nichts über die Identität der Auftraggeber bekannt. Mitte Oktober wurde der Leiter einer Filiale der staatlichen Wneschtorgbank in Moskau erschossen.

Auch andere Vertreter der Finanzwelt und des öffentlichen Lebens fielen zuletzt Gewalttaten zum Opfer. So wurde vor einer Woche der Chef eines Ölfonds in Moskau erschossen. Anfang Oktober wurde die regierungskritische Journalistin Anna Politkowskaja in Moskau erschossen. Ihr Tod löste international Bestürzung aus.

Das russische Finanzwesen zählt mit jährlichen Kapitalrenditen von bis zu 50 Prozent zu den weltweit attraktivsten. Die Branche arbeitet teilweise mit hoher krimineller Energie. Ein Teil der Banken dient nach Einschätzung von Experten zur Geldwäsche für Eigentümer oder Geschäftspartner.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa

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