J.P. Morgan Deutschbanker abgeworben

Einer der führenden Investmentbanker aus dem Aktienemissionsgeschäft verlässt die Deutsche Bank. Martin Hörstel wechselt als Managing Director für das Großkundengeschäft zu J.P. Morgan.

Frankfurt am Main - Die US-Investmentbank J.P. Morgan hat den Investmentbanker Martin Hörstel vom Konkurrenten Deutsche Bank  abgeworben. Er werde ab Januar 2007 als Managing Director das Großkundengeschäft von J.P. Morgan in Deutschland und Österreich verstärken, teilte die Bank am Montag mit.

Hörstel arbeitete zuvor im Investmentbanking der Deutschen Bank in den USA und in Deutschland und war dort zunächst im M&A-Geschäft tätig, bevor er in das Aktienemissionsgeschäft der Bank wechselte. Zuletzt war er bei der Deutschen Bank in Frankfurt Managing Director Equity Capital Markets (ECM) im deutschsprachigen Raum.

Hörstels Wechsel zu J.P. Morgan steht offensichtlich schon seit Monaten fest. Bereits Ende Juni habe der Investmentbanker seinen Arbeitsplatz geräumt, erfuhr manager-magazin.de aus mit der Thematik vertrauten Kreisen. Auch einen Nachfolger für Hörstel gebe es bereits.

Hörstel hatte bei der Deutschen Bank an die ECM-Leiter Georg Hansel und Roland Lienau berichtet. Er galt als einer der führenden Investmentbanker im ECM-Bereich. Unter seiner Federführung liefen unter anderem die Börsengänge von Interhyp , ErSol  und Tipp24.de.

Hörstel wurde unter anderem bekannt durch die Einführung so genannter "Decoupled-Verfahren" bei Börsengängen in Deutschland. Dabei wird die Preisspanne erst unmittelbar vor Beginn einer oft nur wenige Tage dauernden Zeichnungsfrist festgestellt, um die Resonanz aus den Investorengesprächen und das aktuelle Marktumfeld in die Preisfindung einfließen zu lassen. Einer der ersten Börsengänge in Deutschland, die nach diesem Verfahren erfolgreich durchgeführt wurde, war der von Conergy  im Frühjahr 2005.

manager-magazin.de mit Material von reuters und vwd