Deutsche Bank Personalflucht bei DB Real Estate

Kurt Müller, Geschäftsführer bei DB Real Estate, verlässt die Deutsche-Bank-Tochter. Nach Harry Gutte ist Müller schon der zweite Geschäftsführer, der nach dem Fondsskandal im vergangenen Jahr dem Immobilienunternehmen den Rücken kehrt.

Hamburg - Kurt Müller, einer von vier Geschäftsführern der DB Real Estate, verlässt das Unternehmen Presseberichten zufolge zum Jahresende. Ob der 49-Jährige, der 2003 von der SEB Immobilien zur der Deutsche-Bank-Tochter gewechselt war, bereits einen neuen Vertrag bei einem anderen Immobilienunternehmen hat, ist nicht bekannt.

Für Müller, der bisher für Ankäufe verantwortlich zeichnete, rücke Ulrich Steinmetz nach, heißt es. Steinmetz verantwortete bisher die Bereiche "Asset Management" und "Immobilienhandel" des Fondsanbieters.

DB Real Estate war im Dezember vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten, als sie den offenen Immobilienfonds Grundbesitz Invest überraschend schloss. Zuvor hatte die Deutsche Bank  angekündigt, den Wert des Fondsportfolios überprüfen zu müssen. Daraufhin zogen Anleger einen Teil ihrer Einlagen ab. DB Real Estate schloss den Fonds, um weitere Kapitalabflüsse zu verhindern.

Nach der Neuberwertung des Fonds stellte DB Real Estate einen Wertberichtigungsbedarf in Höhe von 2,4 Prozent fest. Die Deutsche Bank werde alle Anleger, die vor der Schließung in den Fonds investiert hatten, so stellen, dass sie nach der Neubewertung keinen Verlust des ursprünglich eingesetzten Kapitals erleiden, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor wenigen Wochen.

Seit der zeitweiligen Schließung ihres Grundbesitz-Investmentfonds im Winter hatte die Transaktionsabteilung der DB Real Estate bereits mehrere Mitarbeiter verloren.

Auch Müllers Kollege Harry Gutte, Insidern zufolge einer der ehrfahrensten Immobilienspezialisten Deutschlands, hatte Ende Juni diesen Jahres sein Amt als Geschäftsführer bei der DB Real Estate niedergelegt. Aus dem alten Geschäftsfüherquartett verbleiben also nur noch Helmut Ullrich und Hermann Wüstefeld im Führungsgremium der Deutsche-Bank-Tochter. Bei DB Real Estate war für eine Stellungnahme niemand erreichbar.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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