Siemens Vorstand ohne Cheflobbyist

Stück für Stück hat Edward G. Krubasik in den vergangenen Jahren Aufgaben im Siemens-Zentralvorstand abgegeben. Zuletzt war Krubasik für den Bereich VDO und die Kontaktpflege zu Verbänden zuständig. Nun hat der Ex-McKinsey-Berater den Konzern verlassen.

Frankfurt am Main - Der 62-jährige Siemens-Vorstand Edward G. Krubasik hat das Leitungsgremium des Technik- und Industriekonzerns "planmäßig" verlassen. Der Vorstandsvertrag des promovierten Kernphysikers endete zum 30. September, wie Siemens  am Donnerstag mitteilte.

Bisher war Krubasik vor allem als Präsident des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in Erscheinung getreten. Konzernintern kümmerte er sich um Siemens VDO - ein florierendes und eher problemloses Geschäft. Seit dem 1. September vergangenen Jahres stand er darüber hinaus auch dem europäischen Verband Orgalime vor. Dieser Posten lässt sich gut vereinen mit seinem Auftrag, die Beziehungen von Siemens zur Europäischen Kommission in Brüssel zu pflegen.

Krubasik kümmerte sich bei Siemens also zuletzt vor allem den Kontakt zu Verbänden. Schon im Herbst 2003 ging der Vorsitz im Verwaltungsrat der damals stark angeschlagenen Siemens Building Technologies an Johannes Feldmayer. Der damalige Siemens-Europa-Chef übernahm von Krubasik auch die Aufsicht über den zu diesem Zeitpunkt verlustträchtigen Industriebereich Siemens Logistics and Assembly (ehemals Dematic). Schon vor gut zwei Jahren erhielt Klaus Wucherer Krubasiks Zuständigkeit für die Sparte Transportation Systems - kurz nachdem die folgenschweren Defekte bei den Siemens-Straßenbahnen aufgetaucht waren.

Der ehemalige McKinsey-Berater kam 1997 als Betreuer der Industrie- und Verkehrsbereiche in den Zentralvorstand von Siemens. Es war bereits bekannt, dass Krubasiks Vertrag nicht verlängert wird.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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