HP-Skandal Ex-Chefin muss vor Gericht

Erst in der vergangenen Woche wies Patricia Dunn, die ehemalige HP-Direktoriumsvorsitzende, jede Schuld im Spionageskandal von sich. Den Staatsanwalt konnte sie damit nicht überzeugen: Jetzt muss sie sich vor Gericht verantworten.

San Francisco - Im Spionageskandal bei dem US-Computerhersteller Hewlett-Packard (HP)  ist Anklage gegen die Ex-Direktoriumsvorsitzende Patricia Dunn erhoben worden. HP-Chef Mark Hurd muss hingegen nicht mit einer Strafverfolgung rechnen.

Neben Dunn müssten sich noch der bei HP für Ethikfragen zuständige Kevin Hunsaker sowie drei weitere Personen vor Gericht verantworten, teilte der Generalstaatsanwalt von Kalifornien mit. Den Angeklagten würden unter anderem Verschwörung, der Missbrauch von Telefon-, Radio- und Fernsehübertragungen und das Kopieren von Computerdaten zur Last gelegt.

Firmenchef Hurd hatte vergangene Woche vor einem Kongressausschuss weitgehend die Verantwortung für den Skandal übernommen. Detektive hatten sich im Auftrag des Konzerns mit Hilfe falscher Identitäten Zugriff auf Telefondaten von Mitarbeitern und Journalisten verschafft. Dadurch wollten sie aufdecken, auf welche Weise Firmeninterna des Computerherstellers an die Öffentlichkeit gelangten. Die Affäre hat bisher vier HP-Topmanager ihre Posten gekostet, darunter auch Dunn.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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