Peter Hartz Vergnügen kann teuer werden

Der Vater von "Hartz IV" könnte bald Geldprobleme bekommen. Im Zusammenhang mit der VW-Affäre um Vergnügungsreisen drohen Millionenforderungen von der Versicherung AIG. Falls Peter Hartz wegen Untreue verurteilt wird, muss er persönlich für den Schaden bei Volkswagen haften.

Frankfurt am Main - Dem früheren Vorstand von Volkswagen , Peter Hartz, drohen im Falle einer Verurteilung wegen Untreue Millionenforderungen. Das Versicherungsunternehmen AIG  könne 4,5 Millionen Euro zurückverlangen, schreibt die Tageszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD, Mittwochausgabe).

Nach Informationen der Zeitung hat sich der Versicherer ausdrücklich ein Rückforderungsrecht in Millionenhöhe für den Fall vorbehalten, dass Hartz wegen Untreue strafrechtlich verurteilt wird.

Dafür hätten die AIG-Anwälte gesorgt, heißt es in dem Bericht. VW hat für alle Aufsichtsräte und Vorstandsmitglieder mit AIG eine Managerhaftpflichtversicherung abgeschlossen, die so genannte Directors' & Officers' Liability Insurance (D&O).

AIG habe 4,5 Millionen Euro für den Schaden gezahlt, den Hartz angerichtet habe, schreibt die "FTD" unter Berufung auf Versicherungskreise. Der Versicherer zahle jedoch nur bei fahrlässigen Pflichtverletzungen, nicht aber bei wissentlichen Pflichtverletzungen.

Sollte sich bei den Ermittlungen der Staatsanwälte herausstellen, dass Hartz persönlich Gelder des Unternehmens unrechtmäßig verwendet hat, um Vergnügungsreisen für Spitzenfunktionäre zu bezahlen, wäre die Grundlage für die Zahlung des Versicherers entfallen.

Diese Forderung käme zusätzlich zu einer möglichen Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren auf Hartz zu. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch. Weder VW noch AIG oder die Kanzlei wollten laut "FTD" Stellung zu dem Bericht nehmen.

manager-magazin.de mit Material von dpa