Gewinnbeteiligung Deutschland liegt im Mittelfeld

Gewinn- und Kapitalbeteiligung für Mitarbeiter gibt es in jedem zehnten Betrieb, so eine Studie. Damit nimmt Deutschland in Europa einen mittleren Platz ein. Stolz sein können die Chefs darauf nicht: Töchter ausländischer Unternehmen sind wesentlich freigiebiger als Firmen in deutscher Hand.

Berlin - Fast jedes zehnte Unternehmen beteiligt einer Studie zufolge zumindest Teile seiner Belegschaft am Gewinn. "Verglichen mit anderen europäischen Ländern liegt Deutschland damit im Mittelfeld", erklärte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit.

Dabei nutzen große Firmen häufiger Systeme der Gewinn- und Kapitalbeteiligung als kleine: Nur acht Prozent der Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten haben Gewinnbeteiligungsmodelle, bei den Großbetrieben mit mindestens 500 Beschäftigten ist es jeder Dritte. Insgesamt beteiligen der Studie zufolge neun Prozent der Firmen ihre Belegschaft am Erfolg. Zwei Prozent haben Kapitalbeteiligungsmodelle, ein Prozent beide Beteiligungsformen.

Deutliche Unterschiede gibt es auch zwischen den Branchen. "Am häufigsten ist Gewinnbeteiligung bei Kreditinstituten und bei Versicherungen zu finden, sowie bei Betrieben des Bergbaus, der Energie- und der Wasserversorgung", schreibt das IAB.

Stärker eingesetzt würden Gewinnbeteiligungsmodelle in Betrieben, die ihre Ertragslage besser einschätzen könnten. Überdurchschnittlich häufig existierten solche Regelungen auch bei deutschen Töchtern ausländischer Unternehmen.

Die Verbreitung solcher Modelle hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Das IAB unterstreicht die Auswirkungen auf die Motivation der Mitarbeiter: "Durch Gewinn- und Kapitalbeteiligung würden die Betriebe Anreize für mehr Leistung schaffen. Zudem sprechen eine Entlohnung in Abhängigkeit vom Gewinn und Kapital häufig überdurchschnittlich produktive und begabte Bewerber an", hieß es. Dies könne vor dem Hintergrund des in Zukunft erwarteten Fachkräftemangels zu einem Wettbewerbsvorteil für Unternehmen werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa