Sonntag, 21. Juli 2019

Blog-Beiträge, Teil 2 "Deutsche Manager, zieht euch warm an!"

Personalberater Hermann Sendele hat mit seiner provokanten These - viele Manager um die 40 hätten zu wenig Biss - offenbar ins Schwarze getroffen. Die Redaktion von manager-magazin.de erhält nun viele Beiträge, die wir hier (Teil 2, unredigiert) veröffentlichen.

Benutzername: mirindablue

Beitrag: Sehr geehrte Damen und Herren,

mit sehr großem Interesse haben ich als Frau Ihren Artikel "Satte Manager ohne Biss" gelesen. Warum betone ich gerade die geschlechtsspezifische Seite? Mehrere Jahre war ich als Unternehmerin, Coach, Krisen- und Projektmanagerin und als Strategien beratend für Unternehmen oder als Leitung für Projekte involviert. Meine Aufgaben bestanden explizit darin, Projekte aller Art sowie Marketingkonzepte, deren Prozesse entweder zum Stillstand gekommen oder zum Scheitern verurteilt waren, neu zu beleben oder gezielt umzustrukturieren. Im Bereich Personalentwicklung und Coaching beriet und unterstützte ich Projektbezogen das Management sowie die Projektteams.

Nicht nur als externe Projektmanagerin und Unternehmerin, sondern auch als ganzheitlich denkende Frau beobachtete ich immer wieder das gleiche Phänomen in einer fast ausschließlichen Männerdomäne im Management, wobei ich mich hier der Meinung von Herrn Sendele anschließen möchte: "Satte Manager ohne Biss", die es vorzüglich verstehen "ihre Sandkastenspiele" im Management sowie in Geschäftsbeziehungen durch eine perfekte Begabung der Rhetorik zu forcieren, jedoch sehr oft nicht in der Lage sind, Ziele strategisch durch Mut und Einsatz zu verfolgen. Ebenso sehen sie sich lieber auch in der Rolle des Häuptlings, als in der Rolle des Indianers, der ggf. auch einmal in die Ärmel hochkrempeln müsste. Delegieren statt "Arbeit vor Ort". Worin liegt aber die Scheu zum Handeln oder sollten wir uns lieber fragen: Was machen teilweise unsere Jungmanager gegenüber anderer Nationalitäten anders? Ist es vielleicht das System, gezielt ausgesuchte Führungspersonen so schnell wie möglich "nach Vorne" zu bringen.

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Titel
Die Jagd auf Wiedeking
Der Ex-Porsche-Chef in den Fängen der Justiz

Wozu anstrengen, wenn ich es doch auf dem Silbertablett präsentiert bekomme?...oder sind uns Statussymbole und Freizeitaktivitäten, mit denen wir im Bekannten- und Freundeskreis prahlen können, wichtiger...als unsere Hausaufgaben im Unternehmen zu machen? Wozu noch mehr anstrengen und private Bedürfnisse nach hinten verlagern, wir haben doch unsere "Belohnungen" erhalten und unsere Position gesichert? Rein nach dem Motto: "Mir kann doch nichts passieren und wenn, ich habe doch Beziehungen oder erhalte eine vertraglich geregelte und Existenz sichernde Abfindung!"...tja, wenn da nicht die anderen wären, die sich ihren Erfolg und ihre beruflichen Werdegang hart erkämpfen müssten..."die" ausgehungert, karriere- und geldgeil sind und es durch ihr eventuell kulturelles sowie wirtschaftliches Umfeld gewohnt sind, durch Flexibilität, Mut, Tollkühnheit und Anpassungsgabe zu überzeugen. Eben, die "anders denkenden Unternehmer", denen es kein Problem bereitet sogar in Gummistiefeln und hochgekrempelten Ärmeln zum Geschäftsmeeting zu erscheinen...spätestens, oder besser gesagt "frühestens" hier sollten Sie als Häuptling Ihre Sandkastenspiele beenden, langfristig umdenken, in Ihren Lebensvorstellungen abspecken und mit mehr "Mut" sich neue Perspetiven und Ziele schaffen. Und was noch viel wichtiger ist: Wann waren Sie das letzte Mal so richtig karriere- und geldgeil?....

Fazit einer Frau mit unternehmerischer Erfahrung, die früher im Hochleistungssport ihre ersten Brötchen verdient hat: Ziehen Sie einmal öfters Ihre Gummistiefel an und krempeln Sie die Ärmel hoch, denn erst im Zieleinlauf kommen Ihre Strategie und Biss zur Geltung und beweisen sich Ihre Reserven!

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