Dienstag, 26. Mai 2020

Zapf Fahnder ermitteln gegen Ex-Finanzchef

Offenbar über mehrere Jahre hinweg sind die Bilanzen des Puppenherstellers Zapf gefälscht worden. In diesem Zusammenhang ermitteln Staatsanwälte jetzt gegen den ehemaligen Finanzvorstand Rudolf Winning.

Rödenthal - Nach dem Verdacht der Bilanzmanipulation beim Puppenhersteller Zapf Creation Börsen-Chart zeigen hat die Staatsanwaltschaft Hof ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Finanzvorstand Rudolf Winning eingeleitet.

Rudolf Winning: Der ehemalige Zapf-Finanzvorstand ist im Visier von Staatsanwälten
Er stehe unter dem Verdacht von Vermögensstraftaten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe). Es dürfte noch einige Monate dauern, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, sagte ein Justizsprecher gegenüber manager-magazin.de.

Winning werde momentan als "einziger Beschuldigter" geführt. Winning war im vergangenen Jahr von seinem Posten zurückgetreten. Später war bekannt geworden, dass die Bilanzen des Puppenherstellers offenbar über mehrere Jahre hinweg gefälscht worden waren. Im Mai hatte sich das Unternehmen auch von Eichhorn getrennt.

Seitdem hält vor allem der Übernahmepoker um das fränkische Unternehmen die Belegschaft in Atem. Ursprünglich wollte der japanische Spielwarenkonzern Bandai den Hersteller der Puppe "Baby Born" übernehmen. Der Zapf-Aufsichtsrat hatte das Angebot Anfang der Woche aber überraschend abgelehnt. Dagegen hatten sich der Vorstand sowie der Aufsichtsratsvorsitzende dafür ausgesprochen. Bandai will 75 Prozent an der oberfränkischen Firma übernehmen.

Nach der Ablehnung des Aufsichtsrats könnten die Chancen für den Gegenspieler, den US-Konzern MGA Entertainment, auf die Übernahme gewachsen sein. Der Konzern hat sein Fusionsvorhaben beim Bundeskartellamt bereits angemeldet. MGA will durch den Kauf vor allem Zugang zum deutschen Spielzeugmarkt erhalten.

Vor wenigen Wochen habe MGA bereits ein Büro in Darmstadt eröffnet, um seine Offensive vorzubereiten, berichtete das Magazin DER SPIEGEL. Vor allem wolle MGA sein Konkurrenzmodell zur Barbie-Puppe, die "Bratz"-Puppen, in die deutschen Läden bringen. Eine Kooperation mit Zapf könne dies erleichtern. Ein Angebot von MGA hatte Zapf nach Angaben einer Sprecherin bis Freitag aber nicht erhalten.

dpa, manager-magazin.de

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