Mittwoch, 26. Juni 2019

Dietmar Hopp Lion Bioscience wird reanimiert

Die Zukunft des einstigen Neuen-Markt-Stars Lion Bioscience sah zuletzt alles andere als rosig aus. Doch nun soll das Heidelberger Unternehmen mit einer anderen Pharmafirma fusioniert werden. SAP-Mitgründer Dietmar Hopp steckt 21 Millionen Euro in das neue Unternehmen. Die Lion-Aktie steigt zweistellig.

Heidelberg – Als Lion Bioscience Börsen-Chart zeigen Anfang April das Kerngeschäft, die Sparte Bioinformatik, verkaufte, war die Zukunft des ehemaligen Neue-Markt-Unternehmens unklar. Schließlich schrumpfte die Belegschaft von einst 600 auf sechs Personen.

SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp: Nicht nur einen Bundesliga-Verein will er aus der Taufe heben, sondern auch Lion Bioscience nach vorne bringen
Nun will SAP-Mitgründer Dietmar Hopp das stark geschrumpfte Biotechnologie-Unternehmen wieder nach vorne bringen. Aus der Firma soll gemeinsam mit der Axaron Bioscience (derzeit 35 Mitarbeiter) ein neues Pharmaunternehmen entstehen, das Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems - etwa Schlaganfall und Parkinson - entwickelt. Das kündigten Axaron und Lion am Donnerstag in Heidelberg an.

Die Familie Hopp steckt nach Angaben von Axaron 21 Millionen Euro in das neue Unternehmen, das insgesamt mit 51 Millionen Euro an frischem Kapital ausgestattet werden soll. BASF Börsen-Chart zeigen steuert sieben Millionen Euro bei, von Lion Bioscience kommen 23 Millionen Euro. Nach einer Kapitalerhöhung um 7,8 Millionen Aktien seien Hopp und sein Sohn mit insgesamt 20,5 Prozent die größten Aktionäre von Lion.

Weitere Anteilseigner sind Friedrich von Bohlen und Halbach mit 7,6 Prozent, BASF und Bayer Börsen-Chart zeigen mit je 5,1 Prozent sowie die Altaktionäre der Lion Bioscience mit 61,7 Prozent. Der Anteil der Familie Hopp dürfte sich indes weiter erhöhen, da sie den übrigen Lion-Aktionären je 1,82 Euro für ihre Aktien bieten und damit mindestens 30 Prozent erreichen wollen.

Die Aktie von Lion Bioscience sind am Donnerstag nach Bekanntwerden des Geschäfts um 13,89 Prozent auf 2,05 Euro geklettert.

Das neue Unternehmen soll von den beiden Vorständen Alfred Bach (Axaron) und Peter Willinger (Lion) geleitet werden. Über den Namen des Pharmaspezialisten wird die Hauptversammlung von Lion im Herbst entscheiden.

Hopp hält Beteiligungen an etwa einem Dutzend Biotechnologie- und Pharmaunternehmen zumeist kleinerer Größe. Dafür steht ihm ein Beratergremium zur Seite, das sich aus fünf Naturwissenschaftlern zusammensetzt. An der Spitze des Gremium steht Friedrich von Bohlen und Halbach.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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