Donnerstag, 5. Dezember 2019

Herzanfall Ex-Enron-Chef Ken Lay ist tot

Kenneth Lay, Gründer des US-Energiekonzerns Enron, ist tot. Wenige Wochen nach dem Schuldspruch gegen den 64-Jährigen erlitt dieser in seinem Ferienhaus einen Herzanfall. Vor Gericht hatte Lay, der wegen Insolvenzverschleppung und Bilanzfälschung verurteilt wurde, bis zuletzt seine Unschuld beteuert.

Houston - Der Gründer des einst weltgrößten Energiehändlers starb nach Angaben seiner Familie am Mittwoch in Aspen (Colorado). Es würden keine weiteren Einzelheiten veröffentlicht, hieß es in einer Stellungnahme.

Tod nach Herzproblemen: Enron-Gründer Lay
Lay war nach Informationen des Senders CNN am Dienstagabend von seinem Ferienhaus in Aspen mit Herzproblemen ins Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben der Ärzte habe sein Herz am frühen Morgen versagt.

Der Ex-Topmanager war Ende Mai in Houston (Texas) wegen Betrugs und Verschwörung schuldig gesprochen worden. Er hatte stets seine Unschuld beteuert. Das Strafmaß sollte am 11. September verkündet werden. Ihm drohte eine lebenslange Haftstrafe.

Enron war im Dezember 2001 in einem Bilanzbetrugskandal zusammengebrochen. Der Finanzchef hatte Schuldenberge in dubiosen Partnerschaften versteckt und damit die prekäre Finanzlage verschleiert. Lay und sein Nachfolger im Chefsessel, Jeffrey Skilling, waren schuldig gesprochen worden, weil sie Angestellte und Investoren nach Überzeugung der Jury über die Finanzlage im Dunkeln ließen.

"Unschuldig - ich bleibe dabei"

Die Jury hatte Lay wegen Betrugs und Verschwörung schuldig gesprochen. Lay sagte nach der Urteilsverkündung: „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich unschuldig bin. Ich habe das von Anfang an gesagt und bleibe auch heute dabei.“

Den einst von der Wall Street gefeierten Enron-Bossen war vorgeworfen worden, die prekäre Finanzlage des später zusammengebrochenen Unternehmens mit Bilanztricks und dubiosen Transaktionen verschleiert zu haben. Der damalige Wirtschaftsprüfer bei Enron, Arthur Andersen, hatte sich im Zuge des Skandals ebenfalls aufgelöst.

Im Januar 2002 war Clifford Baxter, der frühere Vizechef von Enron, tot in seinem Mercedes gefunden worden. Die Polizei ging von Selbstmord aus. Der damals 43-Jährige hatte das Pleite-Unternehmen im April 2001 verlassen und galt als Kritiker der fragwürdigen Praktiken Enrons.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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