Novell Führungsspitze gefeuert

Vor einem Jahr hatte Novell-Chef Jack Messman noch gesagt: "Mich müsste man schon mit den Füßen voran hier raustragen." Nun ist er tatsächlich seinen Job los. Das gleiche Schicksal ereilte den Finanzchef. Die Nachfolger stehen fest. Die Aktie haussiert.

New York - Der amerikanische Unternehmenssoftware-Spezialist Novell  wechselt seine Führungsspitze aus. Vorstandschef Jack Messman (66) sowie Finanzchef Joseph Tibbets (53) verlassen das Unternehmen, teilte das an der Technologiebörse Nasdaq notierte Unternehmen am Donnerstag mit.

Nachfolger von Messman, der seit der Gründung vor 20 Jahren im Unternehmen beschäftigt war, wird mit sofortiger Wirkung der bisherige Präsident und Chief Operating Officer (COO) Ronald Hovsepian (45), der auch in den Verwaltungsrat (Board of Directors) gewählt wurde. Messman werde noch bis zum 31. Oktober Mitglied des Board bleiben.

Den Posten von Tibbets übernimmt vorläufig Dana Russell, bislang Vice President Finance and Corporate Controlling des Unternehmens.

Messmann hatte 2001 die Nachfolge von Eric Schmidt an der Spitze von Novell angetreten. Novell führte seit vergangenem Jahr eine Restrukturierung durch. Knapp zehn Prozent der Beschäftigten musste das Unternehmen verlassen. Aus der Krise ist das Unternehmen allerdings noch längst nicht: Das im Mai veröffentlichte Quartalsergebnis fiel unbefriedigend aus. Die Gewinnprognosen der Analysten wurden verfehlt.

Messmann hatte zu einem möglichen Rücktritt eine schöne Formulierung gebraucht. Die "Wirtschaftwoche" zitierte ihn Mitte 2005 mit den Worten: "Mich müsste man schon mit den Füßen voran hier raustragen."

Die Börse honorierte die nun getroffenen Entscheidungen. Die Novell-Aktien zogen vorbörslich um 6,33 Prozent auf 6,38 Dollar an. Zwischenzeitlich gewannen sie sogar 7,33 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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