Sonntag, 21. April 2019

Frauen und Karriere Hartnäckige Vorurteile

Ein uraltes Karrierehindernis feiert fröhliche Urstände: Vorurteile. Wie eine Studie des renommierten amerikanischen Thinktanks "The Catalyst" zeigt, ist ein stereotyper Blick auf die Fähigkeiten der Geschlechter im europäischen Management noch weit verbreitet. Vor allem Frauenkarrieren werden dadurch behindert.

Hamburg - Der Anteil der Frauen im Topmanagement in Deutschland stagniert seit Jahren auf niedrigem Niveau. Bei um die 5 Prozent dümpelt der Anteil der weiblichen Manager in den Chefetagen der Wirtschaft, daran hat sich trotz vollmundiger Bekenntnisse vieler Unternehmen zur Frauenförderung in den vergangenen Jahren recht wenig geändert.

Chancengleichheit: "Aus dem Geschlecht eines Managers lässt sich nicht auf seinen Führungsstil schließen"
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Chancengleichheit: "Aus dem Geschlecht eines Managers lässt sich nicht auf seinen Führungsstil schließen"
Liegt die mangelnde Präsenz nur am Problem der Vereinbarkeit von Kindern und Beruf? Liegt sie am angeblich mangelnden Ehrgeiz der Frauen, all die zur Topkarriere nötigen Opfer zu bringen? Mag sein. Doch vielleicht sind die Bedingungen für Frauenkarrieren auch einfach immer noch nicht so gut wie die der Männer.

Der renommierte amerikanische Thinktank "The Catalyst" jedenfalls, der sich seit vielen Jahren in Forschungsprojekten für die Chancengleichheit der Frauen im Wirtschaftsleben einsetzt, rollt das Thema in einer von manager-magazin.de exklusiv veröffentlichten Studie von einer anderen Seite auf. Catalyst hat Hinweise gefunden, dass ein uraltes und längst für überwunden gehaltenes Karrierehindernis in Europa und auch in Deutschland fröhliche Urständ feiert: Vorurteile.

Catalyst legte 935 Ehemaligen, so genannten Alumni, der Topmanager-Schmiede Institute for Management Development (IMD) in Lausanne einen Katalog mit wichtigen Eigenschaften von Managern vor.

Die Umfrageteilnehmer, die aus neun westeuropäischen Ländern sowie den USA stammten und größtenteils im Mittel- und Topmanagement arbeiten, sollten beurteilen, welche dieser Fähigkeiten die Männer besser beherrschen und bei welchen Eigenschaften die Frauen ihren männlichen Kollegen voraus sind.

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