Insiderhandel George Soros verurteilt

Der Mann hat Nerven: Nicht weniger als 18 Jahre lang kämpfte George Soros um seine angebliche Unschuld vor Gericht. Nun hat alles Bestreiten und Beteuern ein Ende. Der mächtige Finanzmagnat ist des Insiderhandels schuldig gesprochen worden.

Paris - Der schwerreiche Finanzmagnat George Soros ist am Mittwoch in Paris nach einem 18 Jahre dauernden Rechtsstreit des Insiderhandels schuldig gesprochen worden. Das Kassationsgericht, das höchste französische Gericht, bestätigte damit ein Urteil der Vorinstanz.

Soros' Anwalt Ron Soffer kündigte Berufung gegen das Urteil vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an. Da die Vorfälle fast 20 Jahre zurücklägen, sei kein fairer Prozess mehr möglich gewesen, sagte Soffer. Er wies außerdem darauf hin, dass die französische Börsenaufsicht den Fall bereits gesondert untersucht habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass Soros nicht gegen geltendes Recht verstoßen habe.

Soros wurde für schuldig befunden, 1988 illegal Anteile an der Großbank Société Générale  erworben zu haben, nachdem er von den Übernahmeplänen eines französischen Investors erfahren hatte.

Konkret hatte Soros im September und Oktober 1988 ein rund 50 Millionen Dollar schweres Aktienpaket erworben, zu dem auch SG-Anteilsscheine zählten. Später verkaufte er das Paket wieder und machte einen Gewinn von umgerechnet 2,2 Millionen Dollar. Dies hatten die Richter zum Maßstab für die Höhe der Strafe genommen. Soros hatte die Vorwürfe bestritten und beteuert, nicht von vertraulichen Informationen profitiert zu haben, um sich zu bereichern.

Zur Festlegung des Strafmaßes verwiesen die Richter den Fall nun an ein Berufungsgericht zurück. Soros war 2002 und 2005 zu 2,2 Millionen Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Die Strafe dürfte den heute 75-Jährigen kaum ärgern - allein im vergangenen Jahr verdiente Soros, der 1956 aus seinem Heimatland Ungarn in die USA ausgewandert war - 840 Millionen Euro als Hedgefondsmanager.

manager-magazin.de mit Material von ap

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