Montag, 18. November 2019

Horst Teltschik Einflüsterer verlässt Boeing

Horst Teltschik ist einer der wenigen ehemaligen Politiker, die komplett in die freie Wirtschaft wechselten. Der Weg führte den früheren Intimus von Altkanzler Helmut Kohl zur Bertelsmann Stiftung, zu BMW und schließlich zu Boeing. Nun gibt der Lobbyist seinen Posten beim Flugzeugbauer auf.

Berlin - Der frühere Kanzleramtschef Horst Teltschik beendet zum 30. Juni seine Tätigkeit als Präsident des Flugzeugkonzerns Boeing Börsen-Chart zeigen in Deutschland. Das teilte Boeing am Donnerstag in Berlin mit.

Horst Teltschik: Abschied von Boeing
Der jetzt 66-jährige Teltschik hatte das Amt mehr als drei Jahre inne. Eine "Nachfolge wird in Kürze bekannt gegeben", hieß es. Teltschik wolle seine Zeit verstärkt seinen Aktivitäten in Wirtschaft und Politik sowie seiner Familie widmen, erklärte Boeing-Managerin Laurette Koellner.

Der Politikwissenschaftler war jahrelang Kanzleramtschef unter Helmut Kohl und für den Altkanzler zugleich wichtiger außen- und sicherheitspolitischer Berater. Den Wechsel in die Wirtschaft wagte Teltschik 1991. Damals ging er zur Bertelsmann Stiftung, deren Vorsitz er übernahm. Es folgte eine Vorstandstätigkeit für BMW Börsen-Chart zeigen, wo für ihn extra das Lobbyisten-Ressort "Wirtschaft und Politik" geschaffen wurde.

Mit dem Erreichen der Pensionsgrenze von 60 Jahren beim bayrischen Autobauer schied Teltschik im Juni 2000 aus dem Vorstand aus. Präsent in der Öffentlichkeit war Teltschik seitdem vor allem als Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz.

Teltschiks vielfältige Kontakte nutzte der Flugzeugbauer Boeing alsbald. 2003 wurde der Honorarprofessor der Technischen Universität München zum Präsidenten der deutschen Landesgesellschaft des US-Rüstungskonzerns ernannt.

manager-magazin.de mit Material von ap

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