Livedoor-Skandal Vier Topmanager gestehen Bilanzbetrug

Vier ehemalige Spitzenkräfte von Livedoor bringen mit ihrer Gerichtsaussage Ex-Konzernchef Takafumi Horie in die Bredouille. Das Quartett gab zu, Bilanzbetrug begangen zu haben. Horie, der bislang jede Schuld von sich weist, muss ab Juli vor Gericht aussagen.

Tokio - Vier ehemalige hochrangige Führungskräfte des japanischen Internet-Unternehmens Livedoor  haben vor Gericht ausgesagt, Bilanzbetrug begangen und damit den Börsenskandal um die Firma mit verantwortet zu haben.

Ryoji Miyauchi, 38-jähriger Ex-Finanzchef von Livedoor, sagte am Freitag vor dem Bezirksgericht in Tokio, er bereue sein "Verbrechen" und den Schaden, den er so vielen Leuten zugefügt habe.

Auch seine drei Mitangeklagten Fumito Kumagai, Fumito Okamato und Osanari Nakamura, bekannten sich ganz oder zumindest teilweise im Sinne der Anklage schuldig. Gerichtsbeobachter meinen nun, dass das Quartett auch den ehemaligen Livedoor-Chef Takafumi Horie belasten wird.

Der Prozess gegen den 33-jährigen Horie, der bisher jede Schuld bestritt, beginnt erst im Juli. Horie galt in Japan als Börsenstar und hatte im vergangenen Jahr mit Billigung des japanischen Regierungschefs Koizumi sogar für das Parlament kandidiert.

Anfang Januar wurden Vorwürfe der Bilanzfälschung gegen Livedoor laut. Die Affäre führte zu chaotischen Szenen an der Börse von Tokio. Panikverkäufe brachten zeitweise den Handel zum Erliegen, nachdem Horie und sein Geschäftsführer unter dem Verdacht, gegen Börsenhandels- und Bilanzvorschriften verstoßen zu haben, festgenommen worden waren.

manager-magazin.de

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