ZF Friedrichshafen Über die Ochsentour an die Spitze

Wer Vorstandschef von ZF Friedrichshafen werden will, braucht nicht zuletzt: Stallgeruch. Seiteneinsteiger haben bei Deutschlands drittgrößtem Autozulieferer kaum eine Chance auf den Chefposten. Insofern ist der derzeitige Primus ein Vorbild - ebenso wie sein Nachfolger.

Friedrichshafen – ZF Friedrichshafen, der drittgrößte deutsche Autozulieferer nach Bosch und Continental , bekommt einen neuen Vorstandschef. Amtsinhaber Siegfried Goll (65) scheidet Ende dieses Jahres aus.

Neuer Vorstandsvorsitzender wird Anfang 2007 Hans-Georg Härter. Dies beschloss der Aufsichtsrat am Donnerstag. Der 60-jährige Härter hat - wie Siegfried Goll - sein gesamtes bisheriges Berufsleben bei dem Autozulieferer verbracht.

Der gelernte Maschinenschlosser und studierte Betriebswirt ist seit 1994 Mitglied der Unternehmensleitung und dort zuständig für den Unternehmensbereich Antriebs- und Fahrwerkkomponenten und die Region Asien/Pazifik.

Ähnlich wie bei Bosch haben auch bei ZF Friedrichshafen Seiteneinsteiger so gut wie keine Chancen auf den Vorstandsvorsitz. Insofern ist es nur logisch, dass Namen von externen Kandidaten nicht gehandelt wurden. Der achtköpfige ZF-Vorstand zeichnet sich unter anderem durch langjährige personelle Kontinuität aus.

Eine Zugehörigkeit zum Vorstand von acht Jahren ist keine Seltenheit. Einzige Ausnahme ist in dieser Hinsicht nur Willi Berchtold. Der Ex-Chef des Banknotenkonzerns Giesecke & Devrient war erst im vergangenen April zum ZF-Vorstand berufen worden. Berchthold ist indes kein Unbekannter beim Autozulieferer: Er war dort zuvor Aufsichtsrat.

Hauptanteilseigner von ZF Friedrichshafen ist mit 93,8 Prozent die Zeppelin-Stiftung, die von der Stadt Friedrichshafen verwaltet wird. Das Unternehmen beschäftigt etwa 54.000 Mitarbeiter und machte in 2005 einen Umsatz in Höhe von 10,9 Milliarden Euro.

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