Investmentbanker Paulson schlägt alle

In 2005 verdienten Investmentbanken prächtig. Goldman Sachs und Merrill Lynch erzielten sogar Rekordgewinne. Den Vorstandschefs der Hochfinanz bescherte die blendende Lage Traumgehälter.

New York - Für die US-Investmentbanken war 2005 ein gutes Jahr, ein sehr gutes sogar. US-Investmentbanken wie Goldman Sachs  und Merrill Lynch  erzielten Rekordgewinne. Das wirkte sich auch auf die Gehälter der Vorstandschefs aus.

Rekordverdiener war 2005 Goldman-Sachs-Primus Henry Paulson. Er erhielt laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC 38,3 Millionen Dollar an Gehalt, Aktien und Optionen. Das entspricht einer Steigerung von 28 Prozent zum Vorjahr.

Merrill-Lynch-Vormann Stanley O'Neal bekam der Mitteilung zufolge 35,4 Millionen Dollar. Das entspricht einer Steigerung von neun Prozent zum Vorjahr. Der 54-Jährige erhält zusätzlich zwei Millionen Dollar, wenn Merrill bestimmte Profitabilitäts-Ziele erreicht. In 2004 war O'Neal noch der bestbezahlteste Investmentbanker der Welt.

Im Vergleich zu diesen beiden Wall-Street-Bankern liegt John Mack, Vorsteher von Morgan Stanley , weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Mack übt sich in ungewohnter Bescheidenheit: Obwohl der Aufsichtsrat ihm einen Bonus von 28 Millionen Dollar angeboten hatte, will Mack sich mit 11,5 Millionen Dollar begnügen. Seine Begründung: Er sei ja erst seit Juni im Amt.

Die Demut hat allerdings ihre Grenzen. In diesem und nächsten Jahr wird Mack ordentliche Gehaltssprünge verzeichnen können. Denn er hat mit seinem Arbeitgeber ausgehandelt, dass er in den nächsten zwei Jahren mindestens 50 Millionen Dollar verdienen wird. Und dass Macks Jahresgehalt nicht unter 25 Millionen Dollar sinkt, dafür sorgt eine Vertragsklausel. Der wegen seines harten Verhandlungsstils auch "Mack the knife" genannte Manager ließ sich die Zahlung von 25 Millionen Dollar Jahreseinkommen bis 2006 einfach garantieren.

manager-magazin.de

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.