Manfred Bischoff Der EADS-Architekt

Beim EADS-Vorgänger Dasa arbeitete Manfred Bischoff neben dem damaligen Konzernchef Jürgen Schrempp. Als jener zu DaimlerChrysler wechselte, wurde Bischoff sein Nachfolger und gleichzeitig Vorstand bei dem Autokonzern. Heute ist Bischoff einer von zwei Chefs des EADS-Verwaltungsrats und bekleidet sechs weitere AR-Mandate.

Stuttgart - Der langjährige DaimlerChrysler-Manager Manfred Bischoff würde mit der Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes seine Karriere bei Deutschlands größtem Industrieunternehmen krönen. Sein Aufstieg ist eng mit Ex-Konzernchef Jürgen Schrempp verbunden. Bei der Dasa, einem Vorläufer des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS (European Aeronautic Defence and Space Company), arbeitete Bischoff als Finanzvorstand mit dem damaligen Dasa-Chef Schrempp zusammen. Dieser holte ihn später in den Vorstand von DaimlerChrysler .

Bischoff habe sich trotz der Nähe zu Schrempp aber stets als "unabhängiger und integrer Kopf" gezeigt, sagen Manager-Kollegen, die ihn gut kennen. Er verfüge über herausragende internationale Kontakte und könne gut mit Mitarbeitern umgehen.

Als Schrempp im Mai 1995 Edzard Reuter auf dem Chefsessel des Autokonzerns ablöste, wurde Bischoff neuer Vorstandsvorsitzender der Dasa (bis 2000) und parallel Vorstandsmitglied in Stuttgart (bis 2003). Negativ in Erinnerung bleibt das Debakel um den niederländischen Flugzeughersteller Fokker, das den Autokonzern mehrere Milliarden Mark kostete. Umgekehrt zählte Bischoff zu den erfolgreichen Architekten der EADS . Dort ist er gemeinsam mit Arnaud Lagardère Co-Vorsitzender des Verwaltungsrates. Zudem ist er in den Kontrollgremien von Fraport , UniCredit, KPN , Lagardere Groupe , Nortel  und Voith vertreten.

Bischoff wurde am 22. April 1942 in Calw im Schwarzwald geboren. Er wuchs in einem pietistischen Elternhaus auf und ging als Schüler für ein Jahr in die USA. "Die Neugierde, das Offensein für neue Eindrücke und andere Kulturen [...] hat mich fasziniert und sehr bewegt", schrieb er einmal in einer Rede. Nach dem Abitur studierte Bischoff von 1962 bis 1964 zunächst Rechtswissenschaften in Heidelberg und Tübingen, dann bis 1968 Volkswirtschaft in Heidelberg. 1973 promovierte er. 1976 wechselte Bischoff zu Daimler-Benz. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

dpa

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