Gehaltsvergleich Frauen holen auf, ein bisschen

Frauen verdienen seit Jahrzehnten in vielen Berufen weniger als Männer. Das ungeschriebene Gesetz hat zwar auch heute noch Gültigkeit, doch Frauen holen auf, wie das Statistische Bundesamt nun ermittelt hat. Besonders beim Handel, bei Banken und Versicherungen.

Wiesbaden - Die deutschen Arbeitnehmerinnen haben im vergangenen Jahr den Verdienstrückstand im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen etwas verringern können.

Der durchschnittliche Bruttoverdienst vollzeitbeschäftigter Frauen stieg im Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe um 2,3 Prozent, der der Männer nur um 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. "Ein Grund für den etwas stärkeren Anstieg könnte sein, dass der Anteil der Frauen in besser bezahlten Positionen weiter zugenommen hat."

Allerdings betonte das Amt, dass Frauen noch immer viel seltener als Männer führende Positionen erreichten und die Verdienstunterschiede damit erheblich blieben: So verdienten die Frauen im Produzierendem Gewerbe und Handel sowie bei Banken und Versicherungen im Schnitt 2539 Euro im Monat brutto und damit rund 20 Prozent weniger als die Männer mit 3182 Euro. In den neuen Ländern war der Verdienstabstand dabei merklich geringer.

Dies liegt den Statistikern zufolge daran, dass Frauen deutlich seltener in höheren Positionen vertreten sind: Während 40 Prozent der Männer in diesen Branchen der Leistungsgruppe zugeordnet sind, sind es bei ihren weiblichen Kollegen gerade mal 15 Prozent.

In den neuen Bundesländern sind die Gehälter deutlich stärker angeglichen: Dort verdienten Frauen in den untersuchten Branchen im vergangenen Jahr im Schnitt 2071 Euro und damit "nur" knapp zwölf Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen (2346 Euro). In Westdeutschland betrug der Unterschied dagegen mehr als 20 Prozent.

Reuters

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