Dieter Berninghaus Bewährungsstrafe für Ex-Rewe-Chef

Er hatte mit einem Geständnis schon den Boden für ein relativ mildes Urteil geebnet. Nun ist Ernst Dieter Berninghaus, Ex-Chef von Rewe, also Deutschlands zweitgrößtem Lebensmittelhändler, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Köln - Der frühere Rewe-Vorstandssprecher Ernst Dieter Berninghaus ist am Freitag vom Kölner Landgericht wegen Untreue zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, blieb aber deutlich unter der möglichen Höchststrafe von zehn Jahren Haft, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag sagte.

Dem promovierten Kaufmann war im Zusammenhang mit dem Kauf der Internetfirma Nexum die Annahme von verbotenen Provisionen in Höhe von 6,5 Millionen Euro vorgeworfen worden. Berninghaus hatte am ersten Verhandlungstag ein Geständnis abgelegt.

Als Mitglied der Rewe-Unternehmensleitung sollte Berninghaus Anfang 2000 eine Internet-Plattform zur Erweiterung des Rewe-Geschäftsfeldes E-Commerce erwerben. Dabei entschied er sich für die Nexum AG, für die er bereits drei Monate als Aufsichtsratsvorsitzender tätig war. Verkäufer war die Schweizer Investment-Firma Parabola AG, die schließlich 21,3 Millionen Euro von Rewe für die Mehrheitsanteile an dem Internet-Unternehmen erhielt.

Vor Gericht räumte der Angeklagte ein, nach dem Abschluss des Geschäfts von einem Treuhänder der Parabola AG zunächst drei Millionen Euro erhalten zu haben. Später folgten weitere Zahlungen. Das Geld sollte eine Anerkennung für die erfolgreiche Abwicklung sowie Anreiz für eine künftige Zusammenarbeit sein.

Wer sich hinter der Parabola verbirgt, ist bis heute ungeklärt. Die Gesellschafter seien "vermögende Privatleute" gewesen, sagte Berninghaus vor Gericht nur.

Die 25 Millionen Euro teuere Investition, mit der sich Rewe auf dem Höhepunkt des Internet-Booms ein Standbein im Online-Handel sichern wollte, hatte sich nach Unternehmensangaben später als praktisch wertlos erwiesen.

In einem Vergleich mit seinem früheren Unternehmen hatte der Manager bereits vor einigen Monaten Schadenersatz in Gesamthöhe von rund 11 Millionen Euro geleistet. Unter anderem verzichtete er auf alle Leistungen aus der Aufhebungsvereinbarung seines Vorstandsvertrages und auf alle Pensionsrechte.

manager-magazin.de mit rtr, ddp, ap