Sonntag, 21. April 2019

Management Das unterrepräsentierte Geschlecht

Frauen sind in den Führungsebenen von Unternehmen weiterhin wenig vertreten. Dies ergab eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Unterschiede gibt es dabei zwischen Unternehmen in alten und neuen Bundesländern.

Nürnberg - In der obersten Leitungsebene von Unternehmen ist einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge nur jede vierte Führungskraft eine Frau.

Im Berufsleben noch nicht auf Augenhöhe: Frauen sind in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert
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Im Berufsleben noch nicht auf Augenhöhe: Frauen sind in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert
In der zweiten Führungsebene mache ihr Anteil indes mehr als 40 Prozent aus und entspreche damit fast dem durchschnittlichen Anteil an allen Beschäftigten, teilte das IAB mit. Dabei würden kleine Betriebe häufiger von Frauen geführt als große.

Weibliche Chefs seien zudem vorwiegend im Gesundheits- und Sozialwesen, im Groß- und Einzelhandel sowie im privaten Dienstleistungsbereich wie Gastronomie, Wäscherei oder Kosmetik anzutreffen. Sie leiteten auch eher Betriebe des öffentlichen Dienstes als der Privatwirtschaft.

Unterschiede gibt es laut IAB auch in Ost- und Westdeutschland: In den neuen Bundesländern sei der Frauenanteil in der ersten Führungsebene mit knapp 30 Prozent höher als in den alten mit 23 Prozent.

Neben der stärkeren Dominanz kleinerer Betriebe im Osten führt das Institut diesen Unterschied auf eine dort geschichtlich bedingte, höhere Erwerbsorientierung von Frauen zurück. In der zweiten Führungsebene ist dieser Unterschied jedoch fast wieder aufgehoben: Hier steht ein Frauenanteil von 42 Prozent im Westen einem Anteil von 41 Prozent im Osten gegenüber.

Um Frauen den Aufstieg in hohe Positionen zu ermöglichen, seien unter anderem Karrierenetzwerke und eine gezielte Förderung des weiblichen Führungsnachwuchses hilfreich. Hierzu gehörten in erster Linie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, schreibt das IAB. Für die im Auftrag des Bundesministeriums für Frauen erstellte Studie wurden fast 16.000 Betriebe in Deutschland befragt.

ap

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