Wettbewerbsposition Erfinder schlägt Kostenkiller

Wie verbessern Unternehmen ihre Marktposition? Eine große Studie zeigt: Die Führung muss auf radikale Innovationen setzen - und nicht auf Kostensenkungen. Wenig förderlich sind auch Neuerungen beim Marketing oder Vertrieb.
Von Lothar Kuhn

Wollen sich Unternehmen im Kampf um die Kunden behaupten, müssen ihre Topmanager auf radikale Innovationen setzen - und auf die Mitarbeiter bauen. Programme zur Kostensenkung dagegen verbessern die Wettbewerbsposition kaum.

Das sind Ergebnisse einer Studie des Beratungsunternehmens Innovative Management Partner aus Innsbruck und des Instituts für Internationales Management an der Universität Linz, die der Harvard Businessmanager  in seiner aktuellen Ausgabe 03/2006 veröffentlicht. Die Berater und Wissenschaftler haben insgesamt 371 Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

Bei ihrer Untersuchung sind die Autoren auf eine Gruppe besonders erfolgreicher Firmen gestoßen, die in den vergangenen Jahren sowohl die Preise ihrer Produkte als auch deren Qualität erhöhen konnten. Sie sind zudem überdurchschnittlich profitabel. Ihr Erfolgsrezept: Sie betrachten die Bereiche Innovationen und Mitarbeiter nicht getrennt.

"Mehr als 90 Prozent der Manager dieser Topunternehmen meinen, dass die erfolgreiche Umsetzung von Innovationen ganz wesentlich vom Engagement der Mitarbeiter abhängt", so die Autoren. Folgerichtig steht bei den besonders erfolgreichen Firmen die Nutzung der Mitarbeiterpotenziale an erster Stelle, bei den übrigen Unternehmen der Befragung erst an zweiter.

Die Manager in diesen Firmen fühlen sich auch selbst für die Innovationen verantwortlich und engagieren sich entsprechend. Sie kümmern sich vor allem um Produktinnovationen. Neuerungen auf Ebene des Geschäftsmodells, des Marketing oder Vertriebs spielen keine so große Rolle. Mit ihren neuen Produkten wollen sich die Manager vor allem von der Konkurrenz abheben; die Probleme und Anregungen der Kunden interessieren sie nicht so sehr. "Bahnbrechende Neuerungen lösen eben gewöhnlich Probleme der Kunden, deren diese sich kaum bewusst sind", erklären die Autoren ihre Beobachtung.