Livedoor-Affäre Anklage gegen Takafumi Horie

Für den ehemaligen Chef des skandalerschütterten japanischen Internetkonzerns Livedoor wird es immer enger. Takafumi Horie ist nun offiziell angeklagt worden. Den Ermittlern zufolge hat er gegen das Wertpapiergesetz verstoßen.

Tokio - Die Staatsanwaltschaft von Tokio hat am Montag Anklage gegen Takafumi Horie, den früheren Chef des Internet-Unternehmens Livedoor, sowie drei Mitarbeiter erhoben.

Ihnen werde vorgeworfen, gegen das Wertpapiergesetz verstoßen zu haben. Sie sollen Umsatz und Gewinn der Tochterfirma Livedoor Marketing aufgeblasen und den Börsenkurs durch eine vorgetäuschte Akquisition manipuliert haben.

Mit der Anklage können die Ermittler die Beschuldigten weiter in Untersuchungshaft halten. Während Horie seit seiner Verhaftung am 23. Januar seine Unschuld beteuert, sollen seine drei Mitangeklagten weitgehend geständig sein, hieß es weiter.

Details der Anklage nannte der Gerichtssprecher nicht. Die japanische Börsenaufsicht hatte am Freitag aber Vorwürfe veröffentlicht, nach denen eine Livedoor-Tochter beim Kauf eines Verlags 2004 falsche Angaben gemacht habe. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen Horie bis zu fünf Jahre Haft.

Eine Razzia der Staatsanwaltschaft hatte Mitte Januar zu panikartigen Verkäufen und massiven Verlusten an der Tokioter Börse geführt. Der Markt hat sich inzwischen erholt. Der Wert der Livedoor-Aktie  jedoch ist seit Dezember um mehr als 90 Prozent gesunken.

reuters, dpa

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