Haribo Der Kronprinz geht

Bei Deutschlands größtem Süßwarenhersteller Haribo herrscht Unruhe. Völlig überraschend hat der designierte Chef Hans-Jürgen Riegel seine Ämter niedergelegt. Nun muss sein Onkel, Hans Riegel, einen neuen Nachfolger finden.

Bonn - Hans-Jürgen Riegel, designierter Konzernchef des Bonner Süßwarenherstellers Haribo, verlässt überraschend das Unternehmen. Wie das Unternehmen mitteilte, habe Hans-Jürgen Riegel Ende vergangener Woche mit sofortiger Wirkung alle Ämter niedergelegt. Er bleibe aber Gesellschafter des Unternehmens.

Der 51-Jährige galt bisher als Kronprinz für die Nachfolge seines Onkels, den Haribo-Chef Hans Riegel. Dieser ist mittlerweile 83 Jahre alt und die Frage, wer dem Firmenpatriarchen folgen soll, drängt. Vor rund drei Jahren kürte er seinen Neffen als seinen Thronfolger.

Medienberichten zufolge, soll Hans-Jürgen seinen Onkel vor rund einer Woche schriftlich davon informiert haben, dass er seine Ämter mit sofortiger Wirkung niederlege. Vorangegangen war offenbar ein Streit zwischen Neffen und Onkel über die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Zuletzt soll das Deutschland-Geschäft von Haribo ins Stocken geraten sein. Für Unruhe sorgte zudem Hans Riegels Überlegung, den Stammsitz aus Bonn zu verlagern. Als mögliche neue Standorte für den Fruchtgummi- und Lakritzhersteller nannte der Firmenchef das rheinland-pfälzische Grafschaft und Rheinbach in Nordrhein-Westfalen. Eine Entscheidung sollte Anfang dieses Jahres fallen.

Die Nachfolgeregelung sei nun offen, heißt es derweil in Bonn. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" spekuliert, dass Hans-Jürgens Brüder Hans-Guido und Hans-Arndt nun in die Fußstapfen ihres Onkels treten könnten. Beide arbeiten im Unternehmen. Allerdings hatte Hans den beiden vor rund drei Jahren die Nachfolge nicht zugetraut.

Der Süßwarenkonzern kommt auf einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro. Haribo wurde vor 85 Jahren in Bonn-Kessenich gegründet.

manager-magazin.de mit dpa

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