Samstag, 20. Juli 2019

Damp Holding Sanierer geht, Ex-Axa-Chef kommt

Bei dem norddeutschen Klinik- und Tourismusunternehmen Damp steht ein Chefwechsel an. Ex-Axa-Chef Claus Michael Dill löst Carl Hermann Schleifer zum Jahreswechsel an der Spitze ab. Dill, der die erfolgreiche Strategie seines Vorgängers weiterverfolgen will, kündigte zudem seine Beteiligung an dem Unternehmen an.

Damp - Der Vorstandsvorsitzende der Damp Holding, Carl Hermann Schleifer, gibt sein Amt zum Jahresende an Ex-Axa-Deutschlandchef Claus Michael Dill ab. Zudem wird der Vorstand durch Horst A. Jeschke erweitert, der das Klinikmanagement verantworten soll.

Ex-Axa-Chef: Dill wird Vorstandsvorsitzender der Damp Holding
Schleifer (63) scheidet altersbedingt aus und wechselt in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Dill (51) war zuletzt Chef des französischen Versicherungskonzerns Axa Börsen-Chart zeigen, wo er im Sommer dieses Jahres gehen musste. Damals wurde spekuliert, ob Dills Rücktritt möglicherweise im Zusammenhang mit dessen Vorhaben stehen könnte, den Axa-Vertrieb für Fremdprodukte zu öffnen.

Die beiden Manager kennen sich schon aus dem Versicherungsgeschäft. Schleifer war bis 1997 Vorstandschef der Kölner Lebensversicherung Nordstern-Colonia und wechselte in den Jahren nach der Übernahme durch die Axa aus dem Management in die Aufsichtsräte mehrerer Axa-Unternehmen.

Schleifer gilt als Sanierer des norddeutschen Klinik- und Tourismuskonzerns: Er verzehnfachte den Umsatz, erhöhte die Mitarbeiterzahl von 1700 auf 7200 und modernisierte das ursprüngliche Ostseebad Damp, das heute nur noch 5 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. Mittlerweile zählen elf Kliniken mit über 6000 Betten zum Damp-Konzern, der unter den deutschen Kliniken Platz acht belegt. Nach Angaben des Unternehmens stieg der Umsatz in diesem Jahr auf 410 Millionen Euro, wovon 73 Prozent auf den Akut- und 21 Prozent auf den Rehabilitationsbereich entfallen.

Seit der Integration der Reha-Klinik Lehmrade 2001 ist die Unternehmensgruppe Damp zudem der Marktführer für Onkologische Rehabilitation in Norddeutschland.

Dill kündigte an Schleifers Linie fortzusetzen - die Verwaltungskosten senken und die Klinikkette enger zusammenführen. Zudem will er die Kernkompetenz der Hamburger Endo-Klinik, die die Holding 1997 übernommen hatte, bei Operationen an Gelenken und den Stützapparat unter dem Markenbegriff "Endo" bundesweit ausbauen.

Außerdem will Dill sich angeblich mit einem zweistelligen Prozentsatz an der Damp-Holding beteiligen. Das erfuhr das "Handelsblatt" aus Aufsichtsratskreisen. Dementsprechend wird dann der Kölner Unternehmer und Großaktionär Walter Wübben seine Damp-Anteile von derzeit 82 Prozent verringern.

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