Sparkassen Netzwerker wird Hoppenstedt-Nachfolger

Heinrich Haasis wird womöglich nächster Primus des Bundesverbandes der deutschen Sparkassen - denn ein Gegenkandidat ist nicht in Sicht. Haasis hat entscheidend mitgeholfen, dass Baden-Württemberg eine starke Landesbank bekommen hat.

Baden-Baden - Der Präsident des baden-württembergischen Sparkassenverbandes, Heinrich Haasis, ist als Kandidat für den Chefposten der deutschen Sparkassen in Berlin nominiert worden. Die Entscheidung sei vom Vorstand des Deutschen Sparkassenverbandes getroffen worden, gab Haasis auf einer Sparkassentagung in Baden-Baden bekannt.

Der 60-jährige Haasis wird damit am 1. Dezember bei der Wahl für die Nachfolge des derzeitigen Präsidenten des Bundesverbandes der Sparkassen, Dietrich Hoppenstedt, antreten.

Haasis sagte weiter, damit sei die Wahrscheinlichkeit, dass er Baden-Württemberg verlasse, ein Stück größer geworden. Die Verbandsgremien in Baden-Württemberg werden sich nach Angaben von Haasis erst nach dem 1. Dezember mit der Nachfolgefrage beschäftigen.

Haasis gilt als Architekt der Dreierfusion aus öffentlichen Banken am Finanzplatz Stuttgart, aus der 1999 die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hervorging. Die LBBW, deren Verwaltungsratsvorsitzender er ist, halten viele Insider angesichts ihres Privatkundengeschäftes und des Kaufes der Landesbank Rheinland-Pfalz für eine der treibenden Kräfte zu einem stärker konsolidierten öffentlichen Bankensektor.

Beste Kontakte in die Bundespolitik

Haasis ist gelernter Diplom-Verwaltungswirt und startete seine berufliche Karriere als Bürgermeister in Bisingen. Von 1976 bis 2001 war er CDU-Abgeordneter im baden-württembergischen Landtag. 1991 wurde er zunächst Präsident des Württembergischen Sparkassen- und Giroverbandes. Nach der Fusion mit dem badischen Pendant 2001 übernahm er die Führung des Landesverbandes.

Haasis hat beste Kontakte in die Bundespolitik. Er ist Mitglied im so genannten "Andenpakt", jenem inoffiziellem Männerbund, den CDU-Politiker wie Christian Wulff, Matthias Wissmann und Roland Koch auf einer Reise nach Südamerika gegründet hatten. Auch zu CDU-Generalsekretär Volker Kauder, einem der engsten Mitarbeiter von Bald-Kanzlerin Angela Merkel, soll Haasis einen guten Draht haben.

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