Montag, 18. November 2019

Accor-Hotels Chef durch Vitamin B

Gilles Pélisson kommt dank familiärer Schützenhilfe auf den Chefsessel von Europas größtem Hotelkonzern Accor. Der neue Vorstandschef, ehemals auch bei Euro Disney, sieht sich dadurch dem Vorwurf der Vetternwirtschaft ausgesetzt. Vor allem institutionelle Anleger kritisierten das Auswahlverfahren scharf.

Paris - Der Aufsichtsrat von Europas größtem Hotelkonzern Accor Börsen-Chart zeigen (Mercure, Ibis und Sofitel) hat Gilles Pélisson zum neuen Konzernchef berufen. Der Manager ist der Neffe von Accor-Mitgründer Gérard Pélisson. Er löst den scheidenden Vorstandschef Jean-Marc Espalioux ab.

Gilles Pélisson: Einst bei Euro Disney, wird er nun Vorstandschef bei Europas größter Hotelkette Accor
Zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Serge Weinberg gewählt. Der Chef des Einzelhandelskonzerns Pinault-Printemps-Redoute führt das Gremium ab Januar 2006. Weinberg tritt an die Stelle von Gérard Pélisson.

Der jetzige Konzernchef Pélisson (48) blickt auf eine lange Karriere im Hotelbusiness zurück. Seinen Berufseinstieg fand er mit 26 Jahren im Unternehmen seines Onkels. Von den 15 Jahren, die er für seinen Onkel arbeitete, verbrachte er die Hälfte der Zeit bei der Accor-Tochter Novotel in Harvard, wo er auch einen Teil seines Studiums absolvierte. Danach machte er Station bei Euro Disney Börsen-Chart zeigen und Bouygues Télécom, dem drittgrößten Telefonkonzern Frankreichs, dessen Chef er zuletzt war.

Die von den beiden Konzerngründern Gérard Pélisson und Paul Dubrule durchgesetzte Berufung von Gilles Pélisson war hoch umstritten. Die Vorgänge um die Neubesetzung der Accor-Spitze haben in Frankreich eine Debatte um die Einhaltung der Regeln für die korrekte Unternehmensführung, Corporate Governance, ausgelöst.

Vor der Aufsichtsratssitzung hatten das staatliche Finanzinstitut CDC sowie die Banken BNP Paribas Börsen-Chart zeigen und Société Générale Börsen-Chart zeigen, die rund 10 Prozent an Accor halten, den Auswahlprozess scharf kritisiert. Auch der mit der Nachfolgersuche beauftragte Headhunter Russell Reynolds schloss sich der Kritik an.

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